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Ölpreis aktuell: Straße von Hormus hält Märkte in Atem

Brent notiert bei 88 US-Dollar – die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt das beherrschende Thema am Rohölmarkt.

Ölpreis aktuell: Straße von Hormus hält Märkte in Atem

Die Ölpreise zeigen sich am Dienstag, dem 11. August 2026, nach dem deutlichen Anstieg vom Vortag weitgehend stabil. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostet 88,08 US-Dollar – ein leichtes Plus von rund einem halben Prozent gegenüber dem Vorabend. Im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht weiterhin die Frage, wie es mit den Öltransporten durch die Straße von Hormus weitergeht.

US-Präsident Donald Trump erklärte zuletzt, die Meerenge sei nach einer Minenräumung wieder befahrbar und werde „zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert. Der Iran hingegen knüpft eine vollständige Öffnung an Zugeständnisse der USA und ihrer Verbündeten – und beabsichtigt zudem, Durchfahrtsgebühren für Schiffe zu erheben. Beide Seiten ringen damit weiter um die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt.

Rohstoffexperten der kanadischen Investmentbank TD Securities warnen, dass die Schiffstransporte durch die Meerenge noch weit von einem normalen Niveau entfernt seien. Gleichzeitig seien die weltweiten Rohöllagerbestände drastisch zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund rechnen die Analysten mit weiter steigenden Brent-Preisen.

Wochenverlauf: Preissprünge und Rückschläge

Bereits am Montag, dem 10. August, hatten die Ölpreise kräftig zugelegt. Brent kletterte auf 84,51 US-Dollar je Barrel – ein Anstieg von rund 2,5 Prozent gegenüber dem Freitag. Auslöser war erneut die Unsicherheit über die Durchfahrt durch die Straße von Hormus, nachdem der Iran am Wochenende neue Bedingungen für eine Wiedereröffnung gestellt hatte. Trump reagierte demonstrativ gelassen und sagte dem Nachrichtenportal „Axios": „Wir geben dem nicht viel Aufmerksamkeit."

In den drei vorangegangenen Handelstagen war Brent zeitweise um mehr als fünf Dollar je Barrel gestiegen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hatte am Wochenende mitgeteilt, dass eine Einigung mit dem Oman über eine Schifffahrtsroute durch die Meerenge kurz bevorstehe – direkte Gespräche mit den USA schloss er jedoch aus.

Am 6. August notierte Brent noch bei 79,40 US-Dollar und damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 80 Dollar. Trump hatte in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas erneut seine Präferenz für ein Abkommen mit dem Iran betont: „Ich würde lieber einen Deal schließen, weil ich keine Menschen töten will." Zum konkreten Stand der Verhandlungen machte er keine Angaben.

Iran und Oman verhandeln über Schifffahrtskorridor

Parallel zu den diplomatischen Spannungen zwischen Washington und Teheran zeichnete sich zwischenzeitlich eine bilaterale Lösung ab. Iran und Oman sollen sich auf geografische Koordinaten für einen gemeinsamen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus geeinigt haben, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf Außenamtssprecher Ismail Baghai berichtete. Eine gemeinsame Erklärung sei weitgehend fertig. Die USA sollen an diesen Gesprächen nicht beteiligt gewesen sein – was dem erklärten Willen Teherans entspricht, nicht direkt mit Washington zu verhandeln.

Am 5. August waren die Ölpreise unter die 80-Dollar-Marke gefallen, nachdem Trump von einer möglichen Öffnung der Meerenge „am Mittwoch oder Donnerstag" gesprochen hatte. Aus Teheran hieß es jedoch, dies bedeute noch keine schnelle Öffnung. Zweifel an einer nachhaltigen Lösung nähren auch die Ereignisse nach dem Mitte-Juni-Rahmenabkommen: Kurz nach dessen Abschluss griffen iranische Revolutionsgarden Schiffe an, woraufhin das US-Militär iranische Ziele beschoss – und der Iran seinerseits US-Ziele attackierte.

Trump stoppt Militärschlag – Ölpreis bricht ein

Den dramatischsten Preisrückgang der Berichtswoche verzeichnete der Markt am 3. August. Nachdem Trump seinen als „größten Angriff des US-Militärs seit dem Zweiten Weltkrieg" angekündigten Militärschlag gegen den Iran kurzfristig aussetzte, um Verhandlungen Raum zu geben, fiel Brent auf rund 83 US-Dollar – ein Minus von etwa sieben Prozent.

An den asiatischen Aktienmärkten sorgte der günstigere Ölpreis jedoch kaum für Erleichterung. Der südkoreanische Leitindex Kospi verlor bis 12:30 Uhr Ortszeit knapp fünf Prozent, der japanische Nikkei 225 gab 1,7 Prozent nach. Analysten führten die schwache Entwicklung vor allem auf wachsende Zweifel zurück, ob der Boom rund um Künstliche Intelligenz in diesem Tempo anhalten kann. In Hongkong legte der Hang Seng dagegen moderat um 0,2 Prozent zu, während der chinesische CSI-300-Index rund 0,8 Prozent im Minus notierte.

Am 4. August setzte Trump dem Iran ein neues, eng befristetes Ultimatum: Die Straße von Hormus solle bis Dienstag vollständig für den Schiffsverkehr geöffnet werden – auf den Stand vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Eine Rückkehr zum Vorkriegszustand hatte Teheran jedoch wiederholt abgelehnt. Zudem wurde vor der Küste des Omans erneut ein Handelsschiff attackiert: Ein „unbekanntes Geschoss" traf den Frachter rund 37 Kilometer nordöstlich von Al Khasab, wie die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO mitteilte. Die Ölpreise stabilisierten sich daraufhin wieder.

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