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Ölmarkt-Indikator signalisiert nachlassende Versorgungsängste nach Iran-Deal

Nach einer Einigung zwischen den USA und dem Iran entspannt sich der Ölmarkt spürbar – ein wichtiger Terminmarkt-Indikator zeigt deutlich weniger Versorgungsangst.

Ölmarkt-Indikator signalisiert nachlassende Versorgungsängste nach Iran-Deal

Am Ölmarkt verfolgen Händler nicht nur den aktuellen Rohölpreis, sondern auch die Preisdifferenzen zwischen Terminkontrakten mit unterschiedlichen Fälligkeitsterminen. Diese sogenannte Terminkurve liefert wertvolle Informationen darüber, wie viel Öl der Markt im Verhältnis zur Nachfrage erwartet. Aktuell sendet dieser Indikator ein klares Signal: Die Sorgen über einen massiven Versorgungsengpass lassen nach.

Ausgelöst wurde die Entspannung durch eine Einigung zwischen den USA und dem Iran. Diese Vereinbarung könnte den Export erheblicher Mengen an Rohöl und raffinierten Kraftstoffen aus dem Persischen Golf ermöglichen – einer der strategisch bedeutsamsten Öllieferregionen der Welt.

Was die Terminkurve verrät

Der entscheidende Hinweis steckt in der Steilheit der Terminkurve. Am 17. Juni beträgt die Preisdifferenz zwischen dem im Juni auslaufenden Brent-Rohöl-Kontrakt und dem Dezember-Kontrakt nur noch wenige US-Dollar pro Barrel. Das ist ein dramatischer Rückgang im Vergleich zur Situation vor einem Monat.

Damals, als nur geringe Mengen Öl die Straße von Hormus passierten, lag die Differenz zwischen dem kurzfristigen und dem langfristigen Kontrakt bei mehr als 17 US-Dollar pro Barrel. Händler waren in dieser Phase bereit, einen erheblichen Aufschlag zu zahlen, um sich so schnell wie möglich Ölbestände zu sichern – ein klassisches Zeichen für akute Versorgungsangst.

Backwardation als Stressindikator

Fachleute bezeichnen eine solche Marktsituation, in der kurzfristige Kontrakte deutlich teurer sind als langfristige, als „Backwardation". Eine stark ausgeprägte Backwardation signalisiert, dass der Markt sofortige Lieferungen als besonders wertvoll erachtet – typischerweise dann, wenn Versorgungsengpässe drohen oder bereits eingetreten sind.

Die Straße von Hormus ist dabei von zentraler Bedeutung: Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel fließt ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports. Spannungen in dieser Region können daher unmittelbar die globalen Energiemärkte beeinflussen und zu starken Preisausschlägen führen.

Der aktuelle Rückgang der Terminkurven-Steilheit deutet darauf hin, dass der Markt die Versorgungslage nun deutlich entspannter bewertet. Händler rechnen offenbar nicht mehr damit, dass kurzfristig erhebliche Mengen Öl vom Markt verschwinden könnten. Für Anleger und Energieverbraucher weltweit ist das eine beruhigende Entwicklung.

Ob die Entspannung von Dauer ist, hängt maßgeblich davon ab, ob die Einigung zwischen den USA und dem Iran tatsächlich zu einer dauerhaften Normalisierung der Ölexporte aus dem Persischen Golf führt. Der Terminmarkt wird diesen Prozess weiterhin in Echtzeit abbilden.

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