Offshore-Windkraft: Deutschland verfehlt 30-GW-Ziel bis 2030
Die deutsche Offshore-Windbranche schlägt Alarm: Das Ausbauziel der Bundesregierung von 30 Gigawatt bis 2030 wird deutlich verfehlt. Branchenverbände prognostizieren nur 20 GW und fordern grundlegende Änderungen im Ausschreibungsverfahren.

Die deutsche Offshore-Windenergie steuert auf ein massives Verfehlen der Regierungsziele zu. Laut einer aktuellen Analyse der Deutschen WindGuard aus Varel werden bis 2030 voraussichtlich nur rund 20 Gigawatt (GW) Offshore-Windenergieleistung am Netz sein – zehn GW weniger als von der Bundesregierung angestrebt.
Aktueller Ausbauzustand enttäuscht
Ende 2025 waren in deutschen Gewässern 1.680 Windräder mit einer Gesamtleistung von etwa 9,7 GW installiert. Um das 30-GW-Ziel zu erreichen, müsste die Branche in den kommenden fünf Jahren mehr als das Dreifache der bisherigen Kapazität zubauen. Die Verbände gehen davon aus, dass das Regierungsziel frühestens 2032 erreicht wird – wenn überhaupt.
Netzanschluss-Verzögerungen bremsen Ausbau
Als Hauptgrund für die Verzögerungen nennen die Branchenverbände verspätete Netzanschlüsse bereits installierter Anlagen. Zudem blieb die jüngste Ausschreibung für zwei Offshore-Flächen im Jahr 2025 komplett ohne Bieter. Die Ausschreibung muss nun im Juni 2026 wiederholt werden – mit ungewissem Ausgang.
Verbände fordern Systemwechsel bei Ausschreibungen
Der Bundesverband Windenergie, der Bundesverband Windenergie Offshore, die Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems sowie die Vereine WAB und Windenergy Network fordern ein grundlegend verändertes Ausschreibungsverfahren. Das aktuelle System, das primär auf Erlösmaximierung für den Staat setzt, verhindere die Projektrealisierung.
Nach dem geltenden Windenergie-auf-See-Gesetz entscheiden überwiegend finanzielle Kriterien über die staatliche Vergabe von Windkraftflächen in Nord- und Ostsee. Die Verbände warnen, dass ohne Systemänderung auch die Juni-Ausschreibung erneut ohne Zuschlag bleiben könnte.
Internationale Zusammenarbeit auf Nordsee-Gipfel
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Zur AktienanalyseAuf dem Nordsee-Gipfel in Hamburg unterzeichnete Deutschland gemeinsam mit anderen Anrainerstaaten die "Erklärung von Hamburg". Darin verpflichtete sich die Bundesregierung, auf eine Stabilisierung der Ausschreibungen hinzuarbeiten. Die konkreten Maßnahmen bleiben jedoch abzuwarten.
Bedeutung für Energiewende gefährdet
Das Verfehlen der Offshore-Ziele gefährdet nicht nur die deutsche Energiewende, sondern auch die geplante Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Offshore-Windkraft gilt als Schlüsseltechnologie für die Stromversorgung der Zukunft und als wichtiger Wirtschaftsfaktor für die maritime Industrie. Investoren und Anlagenbauer beobachten die Entwicklung mit Sorge, da Planungsunsicherheit Investitionsentscheidungen erschwert.


