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Offshore Norway kündigt Aussperrung von 1.272 Ölservice-Mitarbeitern an

Ab dem 27. Juni sperrt Offshore Norway über 1.200 Mitglieder der Gewerkschaft Safe aus – als Reaktion auf einen laufenden Streik.

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Offshore Norway kündigt Aussperrung von 1.272 Ölservice-Mitarbeitern an

Der norwegische Branchenverband Offshore Norway hat am Montag angekündigt, ab dem 27. Juni Mitglieder der Gewerkschaft Safe auszusperren. Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf einen Streik, der am 15. Juni im Rahmen eines Tarifstreits begann. Die Aussperrung betrifft 1.272 Safe-Mitglieder von insgesamt rund 1.770 Beschäftigten, die unter den entsprechenden Tarifvertrag fallen.

Einige Mitarbeiter werden von der Aussperrung ausgenommen, um die sicherheitskritische Unterwasser-Notfallvorsorge aufrechtzuerhalten. Dies teilte die Branchengruppe mit, die die Interessen der Ölservice-Unternehmen in Norwegen vertritt. Die Ausnahmen unterstreichen, wie sensibel der Betrieb auf Offshore-Anlagen ist, wo Sicherheitsstandards höchste Priorität genießen.

Streik trifft mehrere Großunternehmen

Der Arbeitskampf hat bereits spürbare Auswirkungen auf die Branche. Laut einem Sprecher von Offshore Norway haben mindestens zwei Bohrinseln ihren Betrieb bereits eingestellt. Die Aussperrung wird die bestehenden Verzögerungen bei den Bohrarbeiten weiter verschärfen.

Zu den betroffenen Unternehmen zählen namhafte internationale Konzerne wie SLB (NYSE: SLB), Halliburton (NYSE: HAL), DOF Subsea, Weatherford, Tios und DeepOcean. Der Streik hat laut Offshore Norway hohe Kosten für die Zulieferunternehmen verursacht und zu einer „gewissen Verzögerung der Öl- und Gasförderung" geführt.

Der Hintergrund des Konflikts liegt in gescheiterten Lohnverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Safe und den Arbeitgebern. Eine andere Gewerkschaft, Styrke, hatte das Angebot der Arbeitgeberseite hingegen akzeptiert. Safe weitete den Streik am 18. Juni aus, wodurch die Gesamtzahl der streikenden Arbeiter auf 378 anstieg.

Aussperrung als rechtmäßiges Tarifinstrument

Offshore Norway betonte die rechtliche Grundlage der Maßnahme. „Nun sieht sich die Arbeitgeberseite gezwungen, eine Aussperrung umzusetzen. Dies ist ein rechtmäßiges Instrument innerhalb des Tarifsystems und wird eingesetzt, um dazu beizutragen, den Konflikt zu beenden", erklärte die Gruppe.

Für deutsche Anleger, die in Ölservice-Unternehmen wie SLB oder Halliburton investiert sind, ist der Konflikt relevant: Norwegen gehört zu den bedeutendsten Öl- und Gasproduzenten Europas. Störungen im norwegischen Offshore-Sektor können sich auf die Produktionsmengen und damit auf die Geschäftsergebnisse der betroffenen Dienstleister auswirken. Wie lange der Arbeitskampf andauern wird, bleibt vorerst offen – die Aussperrung ab dem 27. Juni dürfte den Druck auf beide Seiten erhöhen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

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