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Ölriesen Exxon und Chevron mit Gewinneinbruch

Niedrige Preise und Produktionsprobleme drücken Quartalszahlen auf Vierjahrestief

Ölriesen Exxon und Chevron mit Gewinneinbruch

Die beiden größten Ölkonzerne der Vereinigten Staaten, Exxon Mobil und Chevron, stehen vor einem deutlichen Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Analystenschätzungen zufolge dürften die Konzerne ihre niedrigsten Quartalsergebnisse seit dem Jahr 2021 melden – ein Rückschlag, der vor allem auf sinkende Öl- und Gaspreise zurückzuführen ist. Im Zeitraum von April bis Juni fiel der Preis für Brent-Rohöl um 11 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während die US-Gaspreise um 9 Prozent sanken. Der gestiegene Ausstoß der OPEC+-Staaten setzte den globalen Ölmarkt zusätzlich unter Druck.

Exxon Mobil wird voraussichtlich einen bereinigten Gewinn von 6,67 Milliarden US-Dollar oder 1,56 Dollar je Aktie ausweisen. Das entspräche einem Rückgang um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Konzern hatte bereits Anfang Juli vor einem Gewinnrückgang gewarnt, der sich durch niedrigere Preise für Öl und Gas um rund 1,5 Milliarden Dollar gegenüber dem ersten Quartal belaufen könnte. Zwar sorgten bessere Raffineriemargen für ein kleines Plus von etwa 300 Millionen Dollar, doch bleibt dieser Geschäftsbereich deutlich kleiner als die Öl- und Gasförderung, die Exxons Kerngeschäft bildet.

Im weiteren Jahresverlauf könnten jedoch neue Projekte für einen Aufschwung sorgen. Analysten verweisen unter anderem auf den geplanten Produktionsstart von „Yellowtail“, einer vierten schwimmenden Förder- und Lagerplattform im Stabroek-Block vor der Küste Guyanas – ein Gebiet, in dem Exxon im Vorjahr einen Gewinnanstieg von 64 Prozent verzeichnete.

Auch Chevron steht vor einem deutlichen Gewinnrückgang. Analysten erwarten einen bereinigten Quartalsgewinn von 3 Milliarden Dollar oder 1,70 Dollar je Aktie. Das wären 33 Prozent weniger als im zweiten Quartal des Vorjahres – und ebenfalls der niedrigste Wert seit vier Jahren. Neben den Marktbedingungen machten dem Konzern auch operative Rückschläge zu schaffen: In Colorado kam es zu einem Blowout eines Bohrlochs, zudem wurde das Leviathan-Gasfeld in Israel wegen des dortigen Konflikts mit dem Iran für zwei Wochen stillgelegt.

Trotz dieser Rückschläge schloss Chevron Mitte Juli die Übernahme des kleineren Ölproduzenten Hess ab. Ein Rechtsstreit mit Exxon hatte das Geschäft zuvor um mehr als ein Jahr verzögert. Der Konzern rechnet durch die Fusion mit Kosteneinsparungen in Höhe von einer Milliarde Dollar bis Ende des Jahres. Konkrete Finanzprognosen für das fusionierte Unternehmen will Chevron im November veröffentlichen.

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