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Ölproduktion im US-Golf soll deutlich steigen

Branche trotzt Preisdruck, Zöllen und geopolitischer Unsicherheit mit Technik und neuen Genehmigungen

 Ölproduktion im US-Golf soll deutlich steigen

Die Ölproduktion im Golf von Mexiko könnte trotz geopolitischer Unsicherheiten und fallender Preise weiter steigen. Branchenvertreter erklärten auf der Offshore Technology Conference in Houston, dass die Förderung auf bis zu 2,4 Millionen Barrel pro Tag anwachsen könnte. Derzeit liegt die Produktion bei etwa 1,8 Millionen Barrel täglich. Laut Erik Milito, Präsident der National Ocean Industries Association, tragen technologische Fortschritte, darunter der Einsatz künstlicher Intelligenz, zur Leistungssteigerung bei. Neue Projekte seien deutlich leistungsfähiger als jene vor zwei Jahrzehnten, betonte Milito.

Die USA haben seit Anfang April einen Preisrückgang von rund 20 Prozent verzeichnet. Am Montag lag der Ölpreis bei 57,12 US-Dollar pro Barrel. Zusätzlich belasten Produktionsausweitungen durch die OPEC und ihre Partner sowie Aussagen Saudi-Arabiens, wonach das Land längere Phasen niedriger Preise überstehen könne, den Markt. Präsident Donald Trumps Ankündigungen zu neuen globalen Zöllen schüren Ängste vor einer wirtschaftlichen Abkühlung und erschweren es Produzenten, seiner Aufforderung nach verstärkter Bohraktivität zu folgen.

Trotz dieser Herausforderungen äußerten sich führende Vertreter der Branche zuversichtlich über die langfristigen Perspektiven. Offshore-Projekte seien auf Jahrzehnte ausgelegt, während Schieferölproduktionen kurzfristiger auf Marktbewegungen reagierten. Girish Saligram, Geschäftsführer des Ölfeld-Dienstleisters Weatherford, erwartet ein widerstandsfähiges Offshore-Geschäftsumfeld in den kommenden Jahren. Dabei helfe auch ein vereinfachter regulatorischer Rahmen. Die US-Regierung kündigte kürzlich ein Notfallverfahren zur Genehmigung von Energieprojekten auf Bundesland an, das Genehmigungsfristen auf maximal 28 Tage verkürzen soll.

Auch Petrobras, der staatliche brasilianische Ölkonzern, sieht sich angesichts der weltweiten Inflation und der Auswirkungen von Zöllen gezwungen, seine Lieferketten zu überprüfen. Renata Baruzzi, Technikchefin bei Petrobras, betonte die Notwendigkeit, Offshore-Projekte trotz gestiegener Entwicklungskosten realisierbar zu halten. Magda Chambriard, Vorstandsvorsitzende von Petrobras, ergänzte, dass das Unternehmen seine lokalen und internationalen Zulieferer auf Kosteneffizienz überprüfe.

Chevron erreichte im Vorjahr einen Meilenstein, als das Unternehmen im Golf von Mexiko unter extremem Unterwasserdruck von bis zu 20.000 psi mit der Förderung begann. Für die Branche wird auch die geplante Lizenzvergabe im Juni eine wichtige Rolle spielen. Diese wurde noch unter der Vorgängerregierung Biden angesetzt und nun von der aktuellen Regierung fortgeführt. Branchenführerin Vicki Hollub von Occidental Petroleum betonte, dass es notwendig sei, die Erträge aus dem Golf von Mexiko erheblich zu steigern, da die Schieferölförderung künftig stagnieren oder zurückgehen könnte. Offshore-Produktion im Golf von Mexiko macht etwa 15 Prozent der gesamten US-Rohölförderung aus.

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