Ölpreisverfall: Uneinigkeit in der Opec-plus-Gruppe verunsichert die Märkte
Zusätzlich belastet durch Lagerbestände und Konjunkturschwäche – Hoffnung auf Disziplin und Ausgleich im Ölmarkt

Der Preis der Rohölsorte Brent hat in den ersten Dezemberwochen einen stetigen Abwärtstrend verzeichnet und ist um rund sieben Prozent gefallen. Dieser Rückgang brachte den Preis auf das niedrigste Niveau seit Juni dieses Jahres. Die Ursache für diesen markanten Rückgang liegt in den jüngsten Entwicklungen innerhalb der Opec-plus-Gruppe, einem Kartell von Öl produzierenden Ländern, das sich in den letzten Jahren zur Stabilisierung der Ölpreise gebildet hat.
Vor Kurzem kamen die Mitglieder der Opec-plus-Allianz zusammen, um über die zukünftige Produktion und Förderquoten zu beraten. Üblicherweise werden solche Entscheidungen gemeinsam auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Doch dieses Mal entschieden sich die Mitglieder für eine unkonventionelle Vorgehensweise. Jedes Mitgliedsland kündigte seine freiwilligen Förderkürzungen separat an, was den Eindruck von Uneinigkeit innerhalb der Gruppe verstärkte. Carsten Fritsch, Analyst bei der Commerzbank, äußerte Bedenken und bemerkte, dass die Freiwilligkeit der Produktionskürzungen Zweifel an ihrer tatsächlichen Umsetzung aufkommen lässt.
Neben den inneren Streitigkeiten in der Opec-plus-Gruppe gibt es weitere Faktoren, die den Ölpreis nach unten drücken. Die steigenden Lagerbestände in den USA und die Anzeichen einer verlangsamten weltweiten Konjunktur haben die Nachfrage nach Öl gedämpft. Trotz dieser Herausforderungen glaubt Fritsch, dass die niedrigen Ölpreise möglicherweise dazu beitragen könnten, die Mitgliedsländer zur strikten Einhaltung der vereinbarten Kürzungen zu ermutigen. Selbst wenn diese Kürzungen nur zur Hälfte umgesetzt werden, könnte der Ölmarkt im ersten Quartal immer noch ein gewisses Gleichgewicht aufrechterhalten.
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