Ölpreise treten auf der Stelle vor Gesprächen
Handelsgespräche wecken Hoffnung, doch Chinas Wirtschaftsdaten belasten den Markt

Die Ölpreise haben sich zu Wochenbeginn kaum verändert, während Anleger gespannt auf Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und China in London blicken. Marktteilnehmer hoffen, dass ein mögliches Abkommen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt die globale Konjunktur ankurbeln und damit auch die Nachfrage nach Rohöl erhöhen könnte.
Die Nordsee-Sorte Brent legte am Montagvormittag leicht um vier Cent auf 66,51 US-Dollar pro Barrel zu. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um einen Cent auf 64,57 US-Dollar. In der Vorwoche war Brent bereits um vier Prozent gestiegen, während WTI sogar einen Zuwachs von 6,2 Prozent verzeichnete. Die Aussicht auf eine Einigung im Handelskonflikt hatte die Risikobereitschaft vieler Investoren erhöht.
US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten am Donnerstag ein Telefongespräch geführt, dem nun die Gespräche zwischen Delegationen beider Länder in London folgen. Ziel der Verhandlungen ist es, die Spannungen im bilateralen Handel zu verringern. Ein erfolgreicher Abschluss könnte nicht nur positive wirtschaftliche Impulse setzen, sondern auch die Rohstoffmärkte stützen.
Chinesische Konjunkturdaten belasten jedoch das Bild. Im Mai verlangsamte sich das Exportwachstum der Volksrepublik auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Gleichzeitig verschärfte sich die Deflation bei den Erzeugerpreisen und erreichte den höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Zahlen zeigen den wachsenden Druck auf Chinas Wirtschaft, sowohl im Inland als auch international.
Ein Marktanalyst von IG wies darauf hin, dass die Gespräche in London den Einfluss der schwachen Daten auf die Ölpreise möglicherweise abschwächen könnten. Zugleich sei der Zeitpunkt für den Ölmarkt ungünstig, da WTI kurz davor stand, einen technischen Widerstand bei 65 US-Dollar zu durchbrechen.
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Zur AktienanalyseErschwerend kommt hinzu, dass Chinas Rohölimporte im Mai auf den niedrigsten Tageswert seit vier Monaten gefallen sind. Sowohl staatliche als auch unabhängige Raffinerien hatten in dieser Zeit planmäßige Wartungsarbeiten aufgenommen. Die Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den USA und China überwiegen jedoch aktuell die Sorgen über mögliche Preisbelastungen durch eine ab Juli erwartete Produktionsausweitung der OPEC+-Staaten.


