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Ölpreise treten auf der Stelle trotz Krisen

Iran-Gespräche, Asien-Nachfrage und Chinas Konjunktur bremsen klare Marktrichtung

Ölpreise treten auf der Stelle trotz Krisen

Die Ölpreise haben sich am Dienstag kaum verändert. Händler bewerteten unterschiedliche Faktoren, die sich auf das globale Angebot und die Nachfrage auswirken könnten. Im Zentrum stand dabei die mögliche Wirkung eines Scheiterns der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über Teherans Atomprogramm. Gleichzeitig beeinflussten eine robuste physische Nachfrage in Asien sowie eine verhaltene Konjunktureinschätzung für China die Preisentwicklung. Die Nordsee-Sorte Brent sank um 6 Cent auf 65,48 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg hingegen um 1 Cent auf 62,70 Dollar.

Ein möglicher Rückschlag für ein neues Atomabkommen zwischen Washington und Teheran könnte Folgen für die Ölexporte des Iran haben. Der iranische Vizeaußenminister Majid Takhtravanchi erklärte, die Gespräche würden zu keinem Ergebnis führen, falls die USA auf einer vollständigen Einschränkung der Urananreicherung bestehen sollten. Der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff hatte am Sonntag erneut betont, dass jede Einigung eine Verpflichtung Irans zur Unterlassung der Anreicherung beinhalten müsse. Ein Abkommen hätte zur Lockerung von US-Sanktionen führen und den iranischen Ölexport um 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag erhöhen können, wie Analyst Alex Hodes von StoneX erläuterte.

Neben geopolitischen Entwicklungen stützte eine stabile physische Nachfrage die Preise. Besonders in Asien herrschten aufgrund gesunder Raffineriemargen positive Erwartungen für die nahe Zukunft. Laut Analyst Neil Crosby von Sparta Commodities sei der asiatische Kaufzyklus zunächst verhalten gestartet, doch starke Margen und das Ende von Wartungsarbeiten sprächen für eine anhaltend hohe Nachfrage. Die komplexen Raffineriemargen in Singapur lagen im Mai im Durchschnitt bei über 6 Dollar pro Barrel, nach 4,4 Dollar im April, wie Daten von LSEG zeigten.

Belastend wirkten sich jedoch makroökonomische Entwicklungen aus den USA und China auf die Märkte aus. Die Ratingagentur Moody’s senkte die Kreditwürdigkeit der USA um eine Stufe. Als Begründung wurde die steigende Staatsverschuldung von inzwischen 36 Billionen Dollar genannt. In China verlangsamten sich laut aktuellen Daten sowohl das Wachstum der Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze. Analysten rechnen daher mit einem Rückgang der Kraftstoffnachfrage. BMI-Experten prognostizieren für das Jahr 2025 einen Rückgang des Ölverbrauchs um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Selbst im Falle konjunktureller Stimulusmaßnahmen werde es Zeit brauchen, bis sich eine positive Wirkung auf den Ölmarkt bemerkbar mache.

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