Ölpreise steigen wegen Nahost-Konflikt
Drohende Lieferausfälle und geopolitische Spannungen verunsichern die internationalen Energiemärkte

Die Ölpreise sind am Dienstag gestiegen, da der andauernde Konflikt zwischen Iran und Israel die Märkte zunehmend verunsichert. Anleger befürchten eine Eskalation der Gewalt, die zu Unruhen und möglichen Lieferunterbrechungen im ölreichen Nahen Osten führen könnte. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte im frühen Handel um 34 Cent beziehungsweise 0,5 Prozent auf 73,57 US-Dollar zu. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 29 Cent oder 0,4 Prozent auf 72,06 US-Dollar. Beide Kontrakte hatten zuvor im Handelsverlauf bereits um mehr als zwei Prozent zugelegt.
Noch am Vortag hatten die Ölpreise mehr als ein Prozent nachgegeben – beflügelt von der Hoffnung auf eine Deeskalation. Berichte, wonach der Iran eine Beendigung der Feindseligkeiten anstrebe, sorgten für vorsichtigen Optimismus. Doch die Lage entwickelte sich rasch weiter. US-Präsident Donald Trump forderte in einem Beitrag in den sozialen Medien „alle“ zur Evakuierung der iranischen Hauptstadt Teheran auf. Diese Äußerung trug zu einer erneuten Verunsicherung der Märkte bei.
Der bewaffnete Konflikt dauert inzwischen bereits den fünften Tag an. Iranische Medien berichteten über Explosionen in Teheran sowie über heftiges Abwehrfeuer der Luftverteidigung. In Israel lösten iranische Raketenangriffe Luftalarm in Tel Aviv aus. Die zunehmende Gewaltbereitschaft beider Seiten veranlasst Marktteilnehmer, verstärkt sogenannte Kriegsauswirkungen auf den Ölmarkt einzupreisen, wie Marktanalystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova erläuterte. Neben den geopolitischen Risiken sorgt auch die anstehende geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank für erhöhte Marktvolatilität.
Im Mittelpunkt steht vor allem die Sorge, dass die Ölexporte aus dem Iran gefährdet sein könnten. Das Land ist der drittgrößte Produzent innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), ein Ausfall iranischer Lieferungen hätte erhebliche Auswirkungen auf das weltweite Angebot. Gleichzeitig kursieren in US-Medien Berichte, denen zufolge Trump eine Wiederaufnahme von Gesprächen mit dem Iran über ein Atomabkommen ins Spiel bringt. Hinzu kommen neue Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis im Golf von Oman, das mögliche Gefahren für den Transport von Öl und Treibstoffen unterstreicht.
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Zur AktienanalyseBereits zum Ende der vergangenen Woche hatten Energieaktien deutlich zugelegt, da der Markt beginnende Lieferengpässe durch den Konflikt zwischen Iran und Israel einpreist. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung bleibt hoch.


