Ölpreise steigen vor US-China-Gesprächen
Handelsoptimismus, Nahost-Spannungen und OPEC-Fördertrend beeinflussen den Markt gleichzeitig

Die Ölpreise sind am Freitag um etwa ein Prozent gestiegen und verzeichnen damit ihren ersten wöchentlichen Zugewinn seit Mitte April. Grund für den Preisanstieg sind vor allem die gestiegenen Erwartungen im Vorfeld geplanter Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und China. Die jüngste Einigung zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich über die Senkung von Zöllen auf britische Auto- und Stahlimporte hat die Marktstimmung zusätzlich aufgehellt.
Der Preis für Brent-Rohöl stieg um 61 Cent auf 63,45 US-Dollar je Barrel, während der US-Referenzwert West Texas Intermediate um 57 Cent auf 60,48 US-Dollar je Barrel zulegte. Beide Referenzwerte befinden sich auf Kurs zu einem wöchentlichen Anstieg von rund vier Prozent. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass China seinen Markt für US-Produkte öffnen solle und dass Importzölle in Höhe von 80 Prozent auf chinesische Waren „angemessen“ erscheinen. Aktuell liegt der durchschnittliche Zollsatz für chinesische Produkte bei 145 Prozent.
US-Finanzminister Scott Bessent plant ein Treffen mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng am 10. Mai in der Schweiz, was die Hoffnung auf Fortschritte in den bilateralen Handelsbeziehungen verstärkt. Laut einem Analysten zeigt sich der Energiemarkt nach einer längeren Phase der Zurückhaltung wieder etwas optimistischer, gestützt durch die positiven Signale im internationalen Handel.
Zusätzliche Unterstützung für die Ölpreise kam durch anhaltende geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Israels Armee meldete am Freitag die Abwehr eines Raketenangriffs aus dem Jemen. Die Huthi-Rebellen hatten die Verantwortung für den Angriff übernommen, obwohl kurz zuvor ein durch Oman vermittelter Waffenstillstand verkündet worden war. Die USA verhängten zudem neue Sanktionen gegen eine dritte chinesische unabhängige Raffinerie wegen der Abnahme von iranischem Rohöl. Diese Maßnahme erfolgte im Vorfeld einer neuen Runde von Atomverhandlungen in Oman.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklung der OPEC-Produktionsmengen wirkt derzeit als Gegengewicht zu einem weiteren Preisanstieg. Zwar war eine Ausweitung der Fördermenge vorgesehen, doch laut einer Umfrage von Reuters ging die Produktion im April leicht zurück. Ursache waren Rückgänge in Libyen, Venezuela und dem Irak, die die geplanten Steigerungen anderer Mitgliedsstaaten übertrafen.


