Ölpreise steigen nach Wirtschaftsdaten und Handelszeichen
Lagerbestände sinken stärker als erwartet, neue Abkommen stützen Marktstimmung

Die Ölpreise haben sich nach drei Tagen mit Verlusten wieder erholt. Stärker als erwartete Wirtschaftsdaten aus den führenden Verbrauchsländern sowie Anzeichen für eine Entspannung im globalen Handel sorgten für positive Impulse. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 24 Cent auf 68,76 US-Dollar. Die US-amerikanische Sorte West Texas Intermediate legte um 33 Cent auf 66,71 Dollar zu.
Marktbeobachter verweisen unter anderem auf die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der gegenüber kleineren Staaten reduzierte Zollsätze in Aussicht stellte. Trump kündigte an, dass entsprechende Mitteilungen bald verschickt würden. Außerdem zeigte er sich zuversichtlich über Handelsgespräche mit mehreren Partnern. Ein umfassendes Abkommen mit Indien stehe kurz bevor, während mit Europa ebenfalls Fortschritte möglich seien. Bereits geschlossen wurden neue Handelsvereinbarungen mit Indonesien und Vietnam.
Auch die Entwicklung im Verhältnis zu China wurde von den Märkten aufmerksam verfolgt. Trump hatte zuvor eine Lockerung des Exportverbots für KI-Chips an China verkündet, was als weiteres Zeichen für eine mögliche Entspannung im Handelskonflikt gewertet wurde. Analysten sehen in der veränderten Tonlage der US-Regierung ein Signal für bessere globale Konjunkturaussichten.
Positiv wirkte sich auch der Rückgang der US-Rohöllagerbestände aus. Nach Angaben der Energiebehörde EIA sanken diese in der vergangenen Woche um 3,9 Millionen Barrel auf insgesamt 422,2 Millionen Barrel. Erwartet worden war lediglich ein Rückgang um gut eine halbe Million Barrel. Der stärkere Rückgang lässt auf eine gestiegene Nachfrage, höhere Raffinerieauslastung und ein engeres Angebot schließen.
Gedämpft wurde der Preisanstieg durch gleichzeitig gestiegene Lagerbestände bei Benzin und Diesel. Diese unerwarteten Zuwächse weckten Befürchtungen, dass die Kraftstoffnachfrage in der aktuellen Reisesaison schwächer ausfallen könnte als bisher angenommen. Analysten der ANZ Bank äußerten sich entsprechend vorsichtig.
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Zur AktienanalyseIn China fiel das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal zwar geringer aus, als zuvor befürchtet. Allerdings sorgten vorgezogene Importe im Vorfeld möglicher neuer US-Zölle für eine gewisse Stabilität. Die chinesische Rohölverarbeitung stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent, was auf eine anhaltend robuste Treibstoffnachfrage schließen lässt.


