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Ölpreise steigen nach US-Eingriff

Abgefangener Tanker vor Venezuela schürt neue Angebotsunsicherheit

Ölpreise steigen nach US-Eingriff

Ölpreise haben zu Beginn der Woche zugelegt, nachdem US-Behörden einen Öltanker in internationalen Gewässern vor der Küste Venezuelas abgefangen haben. Die Maßnahme sorgte an den Märkten für neue Unsicherheit über das globale Angebot und lenkte den Fokus erneut auf geopolitische Risiken. Händler reagierten auf die Nachricht mit Käufen, nachdem die Preise in den vergangenen Wochen unter Druck gestanden hatten.

Der Preis für Brent-Rohöl stieg im frühen Handel um 46 Cent auf 60,93 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich ebenfalls um 46 Cent auf 56,98 Dollar je Barrel. Marktbeobachter verwiesen darauf, dass die Bewegung weniger durch fundamentale Daten als durch politische Entwicklungen ausgelöst worden sei. Insbesondere das Vorgehen der USA gegenüber dem venezolanischen Ölhandel habe neue Dynamik erzeugt.

Nach Angaben von US-Offiziellen handelt es sich um die zweite Verfolgung eines Öltankers in der Region innerhalb eines Wochenendes und um die dritte vergleichbare Aktion binnen weniger als zwei Wochen. Die Küstenwache sei in internationalen Gewässern aktiv, was das Signal einer konsequenten Durchsetzung bestehender Sanktionen sende. Eine Stellungnahme aus dem Weißen Haus lag zunächst nicht vor.

Analysten sehen darin eine Fortsetzung des harten Kurses der US-Regierung gegenüber Lieferungen aus Venezuela. Diese Haltung habe den Markt daran erinnert, dass politische Eingriffe kurzfristig Einfluss auf Handelsströme nehmen können. Gleichzeitig wirken die anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine weiterhin als unterstützender Faktor für die Preise, obwohl das fundamentale Umfeld mit Blick auf Angebot und Nachfrage als eher schwach gilt.

Zusätzliche Impulse kamen aus Berichten über einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein russisches Schiff einer sogenannten Schattenflotte im Mittelmeer. Solche Ereignisse verstärken nach Einschätzung von Marktstrategen die Zweifel daran, dass diplomatische Bemühungen rasch zu einer dauerhaften Entspannung führen könnten. Die Hoffnung auf eine baldige Einigung in den von den USA vermittelten Gesprächen habe zuletzt nachgelassen.

Zwar hatten Brent und WTI in der Vorwoche rund ein Prozent verloren, nachdem es zuvor deutliche Rückgänge gegeben hatte, doch die jüngsten Entwicklungen halfen, einen Teil dieser Verluste auszugleichen. Überschussmengen auf dem Weltmarkt bleiben zwar ein zentrales Thema, werden derzeit jedoch von geopolitischen Risiken überlagert.

Vertreter der US-Regierung erklärten am Wochenende, Gespräche mit europäischen und ukrainischen Partnern hätten der Abstimmung von Positionen gedient und seien konstruktiv verlaufen. Aus Moskau hieß es hingegen, Änderungen an Vorschlägen hätten die Aussichten auf Frieden nicht verbessert. Diese widersprüchlichen Signale tragen dazu bei, dass die Risikoprämie am Ölmarkt vorerst bestehen bleibt.

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