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Ölpreise steigen nach stockendem Kurden-Exportdeal

IEA warnt vor wachsendem Überangebot, Märkte beobachten Risiken durch Russland und Nahost

Ölpreise steigen nach stockendem Kurden-Exportdeal

Die Ölpreise haben am Dienstag zugelegt, nachdem sich eine Einigung über die Wiederaufnahme der Exporte aus der kurdischen Region im Irak verzögert hat. Der Stillstand bei den Verhandlungen sorgte dafür, dass Befürchtungen einer zusätzlichen Überversorgung am Markt zunächst gemildert wurden. Die Sorte Brent verteuerte sich am Vormittag um 61 Cent beziehungsweise 0,9 Prozent auf 67,18 Dollar je Barrel. Der US-Referenzpreis West Texas Intermediate legte 67 Cent oder 1,1 Prozent auf 62,95 Dollar je Barrel zu. Damit machten beide Sorten einen Teil der Verluste wett, die sie in den vier vorangegangenen Handelstagen von rund drei Prozent verbucht hatten.

Im Mittelpunkt stand ein Abkommen zwischen der irakischen Zentralregierung, der kurdischen Regionalregierung sowie den beteiligten Ölgesellschaften. Es sollte die Rückkehr von etwa 230.000 Barrel pro Tag aus Kurdistan auf den Weltmarkt ermöglichen, die über die Türkei transportiert werden. Seit März 2023 liegen diese Exporte auf Eis. Zwei Ölunternehmen verlangten jedoch Garantien, dass ihre ausstehenden Forderungen beglichen werden, was den geplanten Neustart ins Stocken brachte.

Parallel dazu bleibt die Entwicklung auf dem globalen Ölmarkt von einem angespannten Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage geprägt. Die Internationale Energieagentur geht in ihrem jüngsten Monatsbericht davon aus, dass das weltweite Ölangebot in diesem Jahr schneller steigen dürfte. Für 2026 erwartet die Behörde ein wachsendes Überangebot, da die Mitglieder der OPEC+ ihre Förderung ausweiten und auch Produzenten außerhalb des Kartells ihre Lieferungen erhöhen. Gleichzeitig wirken sich der zunehmende Absatz von Elektrofahrzeugen und wirtschaftliche Belastungen durch US-Zölle auf die Nachfrage nach Öl aus.

Marktteilnehmer beobachten zudem die Diskussion innerhalb der Europäischen Union über mögliche verschärfte Sanktionen gegen russische Ölexporte. Auch mögliche Eskalationen in der angespannten Lage im Nahen Osten stellen ein Risiko für die Stabilität der Märkte dar. Nach Einschätzung von Analysten stützen derzeit insbesondere niedrige Lagerbestände in den OECD-Staaten die Preise. Dem gegenüber stehen jedoch steigende Lieferungen von OPEC+ sowie das Ausbleiben neuer Sanktionen gegen Russland, die den Preistrend dämpfen könnten.

In den Vereinigten Staaten wird unterdessen ein Anstieg der Rohölbestände erwartet, während Benzin- und Destillatvorräte laut einer ersten Umfrage von Reuters rückläufig gewesen sein dürften. Diese Entwicklung rückt die Aufmerksamkeit der Händler zusätzlich auf die wöchentliche Bestandsentwicklung, die regelmäßig Hinweise auf die kurzfristige Nachfrage liefert.

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