Ölpreise steigen nach Fristverlängerung für EU-Gespräche
US-Zölle vorerst abgewendet, OPEC+ plant dennoch höhere Fördermengen

Die Ölpreise sind am Montag gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Fristverlängerung für die Handelsgespräche mit der Europäischen Union angekündigt hatte. Damit wurden Sorgen über mögliche US-Zölle auf Güter aus der EU gemildert, die die Weltwirtschaft und die Nachfrage nach Energie belasten könnten. Die Brent-Rohöl-Futures stiegen um 26 Cent oder 0,4 Prozent auf 65,04 US-Dollar pro Barrel. Der US-Rohölpreis West Texas Intermediate (WTI) legte um 24 Cent oder 0,39 Prozent auf 61,77 US-Dollar pro Barrel zu.
Nach Angaben des Marktanalysten Tony Sycamore von IG sorgte die Ankündigung aus Washington für einen positiven Impuls bei Rohöl und den US-Aktienfutures. Trump hatte erklärt, dass er sich bereit erklärt habe, die Frist für die Verhandlungen mit der EU bis zum 9. Juli zu verlängern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuvor erklärt, dass die EU mehr Zeit benötige, um eine Einigung zu erzielen. Laut Sycamore bleiben Handelsthemen und mögliche Zölle sowie anhaltende Haushaltsfragen in den USA entscheidende Einflussfaktoren für die Risikostimmung und die Entwicklung der Ölpreise in dieser Woche.
Brent und WTI hatten bereits am Freitag mit einem Plus von jeweils 0,5 Prozent geschlossen. Die Aufwärtsbewegung wurde unter anderem durch schleppende Fortschritte in den US-Iran-Verhandlungen über das Atomprogramm unterstützt. Marktteilnehmer gingen davon aus, dass sich dadurch die Rückkehr zusätzlicher Mengen iranischen Öls auf den Weltmarkt verzögern könnte. Zudem deckten sich US-Käufer vor dem dreitägigen Memorial-Day-Wochenende ein.
Unterstützt wurden die Preise auch durch neue Daten des Energiedienstleisters Baker Hughes. Demnach sank die Zahl der aktiven US-Ölbohranlagen in der vergangenen Woche um acht auf insgesamt 465 – der niedrigste Stand seit November 2021. Der Rückgang wird mit dem anhaltenden Preisdruck auf die Branche in Verbindung gebracht.
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Zur AktienanalyseBegrenzt wurden die Gewinne durch Erwartungen, dass die Organisation erdölexportierender Länder und ihre Partner, bekannt als OPEC+, bei ihrem Treffen in der kommenden Woche eine weitere Produktionssteigerung um 411.000 Barrel pro Tag für Juli beschließen könnten. Laut Suvro Sarkar, Energieanalyst bei der DBS Bank, steht der Markt bereits durch die beschleunigte Förderstrategie der OPEC+ und eine „kleine Ölpreiskriegssituation“ unter Druck. Reuters hatte zuvor berichtet, dass OPEC+ die restlichen freiwilligen Förderkürzungen von 2,2 Millionen Barrel pro Tag bis Ende Oktober vollständig aufheben könnte.


