Ölpreise steigen nach Fortschritten im Handelsstreit
Markt hofft auf höhere Nachfrage – OPEC- und Iran-Faktoren bremsen den Anstieg

Die Ölpreise sind am Montag gestiegen, nachdem sich die Vereinigten Staaten und China am Wochenende in ihren Handelsgesprächen positiv geäußert hatten. Beide Seiten berichteten von Fortschritten, was die Marktstimmung hob und die Hoffnung nährte, dass die Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden größten Rohölverbrauchern der Welt beigelegt werden könnten. Der Preis für Brent-Rohöl-Futures stieg um 27 Cent beziehungsweise 0,4 Prozent auf 64,18 US-Dollar je Barrel. Die US-amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 28 Cent oder 0,5 Prozent auf 61,30 US-Dollar je Barrel.
Bereits am Freitag hatten beide Referenzsorten um mehr als einen US-Dollar zugelegt und sich damit in der vergangenen Woche um über vier Prozent verteuert. Es war der erste Wochengewinn seit Mitte April. Zuvor hatte ein Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien die Anleger zuversichtlich gestimmt, dass wirtschaftliche Belastungen durch US-Zölle auf Handelspartner möglicherweise abgewendet werden könnten.
Die Gespräche zwischen den USA und China wurden am Sonntag positiv beendet. US-Vertreter sprachen von einer Einigung zur Verringerung des Handelsdefizits, während chinesische Beamte von einem wichtigen Konsens berichteten. Konkrete Details wurden jedoch nicht veröffentlicht. Der chinesische Vizepremier He Lifeng kündigte für Montag eine gemeinsame Erklärung an.
Die Aussicht auf eine Annäherung der beiden Wirtschaftsmächte könnte die Rohölnachfrage ankurbeln, da der derzeit durch umfassende gegenseitige Zölle gestörte Handel zwischen beiden Ländern wieder in Gang kommen könnte. Laut Analyst Toshitaka Tazawa von Fujitomi Securities unterstützte der Optimismus über konstruktive Gespräche die Marktstimmung. Gleichzeitig begrenzten jedoch die unklaren Einzelheiten der Verhandlungen sowie die geplante Ausweitung der Ölproduktion durch die OPEC und ihre Partner mögliche Preisgewinne.
Die sogenannte OPEC+, ein Zusammenschluss der Organisation erdölexportierender Länder mit weiteren Förderstaaten, plant im Mai und Juni eine beschleunigte Produktionsausweitung. Ein Reuters-Bericht ergab jedoch, dass die OPEC-Fördermenge im April leicht gesunken ist.
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Zur AktienanalyseZudem endeten am Sonntag in Oman die Gespräche zwischen iranischen und US-amerikanischen Unterhändlern über das iranische Atomprogramm, ohne Einigung, jedoch mit der Absicht, die Verhandlungen fortzusetzen. Teheran hielt öffentlich an seiner Urananreicherung fest. Eine mögliche Einigung in dieser Frage könnte das Angebot auf dem Ölmarkt erhöhen und die Preise unter Druck setzen. Laut dem Energiedienstleister Baker Hughes sank die Zahl aktiver Öl- und Gasbohrungen in den USA in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand seit Januar.

