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Ölpreise steigen nach Angriffen auf russische Anlagen

Trump droht mit Sanktionen, während Ukraine Exporteinrichtungen ins Visier nimmt

Ölpreise steigen nach Angriffen auf russische Anlagen

Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn leicht gestiegen, nachdem die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Energieanlagen die Märkte verunsichert haben. Brent-Rohöl verteuerte sich am Montagmorgen um 32 Cent beziehungsweise 0,5 Prozent auf 67,31 Dollar je Barrel. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate kletterte ebenfalls um 32 Cent oder 0,5 Prozent auf 63,01 Dollar je Barrel. Bereits in der vergangenen Woche hatten beide Kontrakte mehr als ein Prozent zugelegt, da die Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur zugenommen hatten.

Nach Angaben russischer Stellen griff die Ukraine in der Nacht mindestens 361 Drohnenziele an. Dabei kam es zu einem kurzzeitigen Brand in der großen Raffinerie von Kirishi im Nordwesten Russlands. Diese Anlage verarbeitet täglich rund 355.000 Barrel Rohöl, was etwa 6,4 Prozent der gesamten russischen Verarbeitungskapazität entspricht. Ebenfalls im Fokus der Attacken stand das Ölterminal in Primorsk, das mit einer Verladekapazität von etwa einer Million Barrel pro Tag eine zentrale Rolle für die russischen Exporte spielt.

Analysten sehen in den jüngsten Entwicklungen ein Zeichen, dass die Ukraine ihre Strategie gezielt auf russische Ölexporteinrichtungen ausrichtet. Dies könne den internationalen Markt zunehmend unter Druck setzen und die Preisprognosen nach oben treiben. Zugleich stehen die Aussichten jedoch im Spannungsfeld geplanter Produktionsausweitungen der OPEC+, die die Gefahr einer Überversorgung auf den Märkten bergen.

Politisch wächst der Druck auf Russland durch neue Ankündigungen aus Washington. US-Präsident Donald Trump erklärte am Wochenende, die Vereinigten Staaten seien zu weiteren Energiesanktionen bereit, sofern alle NATO-Staaten geschlossen auf den Import von russischem Öl verzichten und entsprechende Maßnahmen umsetzen. Damit knüpft die US-Regierung zusätzliche Bedingungen an mögliche Strafmaßnahmen, die bislang noch nicht umgesetzt wurden.

Parallel dazu richten sich die Blicke der Investoren auf die laufenden Handelsgespräche zwischen den USA und China in Madrid. Washington drängt seine Partner, Zölle auf chinesische Importe zu erheben, weil Peking weiterhin Rohöl aus Russland bezieht. Die Verhandlungen begannen am Sonntag und werden von Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt, da sie Einfluss auf die künftige Nachfrage- und Angebotslage haben könnten.

Hinzu kommen wirtschaftliche Sorgen innerhalb der Vereinigten Staaten. Schwächere Beschäftigungszahlen in Verbindung mit steigender Inflation haben zuletzt die Furcht vor einer Abschwächung des Wachstums in der größten Volkswirtschaft und dem weltweit größten Ölverbraucher verstärkt. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass die Ölpreise trotz geopolitischer Spannungen unter Beobachtung bleiben und Marktakteure vorsichtig agieren.

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