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Ölpreise steigen nach Angriff auf iranische Atomanlagen

Gefahr einer Blockade der Straße von Hormus verunsichert globale Energiemärkte

Ölpreise steigen nach Angriff auf iranische Atomanlagen

Ein massiver Anstieg der Ölpreise hat die Märkte am Montag erschüttert, nachdem die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Israel iranische Atomanlagen angegriffen haben. Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat die Sorge vor einer Unterbrechung der weltweiten Öllieferungen deutlich verstärkt. Brent-Rohöl stieg zeitweise um über drei Prozent auf 81,40 Dollar pro Barrel, während US-Öl (WTI) mit einem Hoch von 78,40 Dollar ebenfalls ein Fünfmonatshoch erreichte. Im späteren Verlauf gaben beide Sorten einen Teil der Gewinne wieder ab.

US-Präsident Donald Trump erklärte, die Angriffe hätten Irans wichtigste Nuklearanlagen „ausgelöscht“. Der Schlag erfolgte im Zuge eines israelischen Angriffs und verschärft den ohnehin angespannten Konflikt mit Teheran weiter. Iran kündigte an, sich gegen die Angriffe zu verteidigen. Als drittgrößter Ölproduzent innerhalb der OPEC spielt das Land eine zentrale Rolle für den globalen Energiemarkt.

Besonders brisant ist die Gefahr einer Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Rohölexporte verläuft. Der iranische Nachrichtensender Press TV berichtete, das Parlament in Teheran habe einen entsprechenden Beschluss gefasst. Zwar hat Iran bereits mehrfach mit einer Schließung der Meerenge gedroht, jedoch bislang nie gehandelt.

Marktbeobachter gehen von weiteren Preissteigerungen aus. Laut Einschätzungen von Analysten könnte Brent-Rohöl bei anhaltenden Spannungen sogar auf bis zu 120 Dollar pro Barrel steigen. Ein möglicher Gegenschlag Teherans sowie Angriffe auf Förder- oder Transportinfrastruktur seien nicht auszuschließen, hieß es. Zwar existieren alternative Pipelines, doch ein vollständiger Ausgleich für wegfallende Mengen durch eine Sperrung der Hormusstraße wäre kaum möglich.

Goldman Sachs bezifferte in einem aktuellen Bericht ein mögliches Preishoch von bis zu 110 Dollar, sollte der Öldurchfluss durch die Straße von Hormus für einen Monat halbiert werden. Selbst dann sei mit einer anhaltenden Angebotsverknappung zu rechnen. Seit Beginn der jüngsten Kampfhandlungen Mitte Juni ist Brent-Rohöl bereits um 13 Prozent, WTI um etwa 10 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig warnte die japanische Regierung vor einer weiteren Eskalation und rief zur Deeskalation auf. Auch Südkorea äußerte Sorgen über mögliche Auswirkungen auf den internationalen Handel. Die wirtschaftlichen Folgen einer längeren Blockade wären für den Iran selbst allerdings ebenfalls erheblich, da das Land stark von seinen Ölexporten abhängig ist.

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