Ölpreise steigen leicht nach neuen Russland-Signalen
Sanktionen, saudische Fördermengen und Chinas Importe beeinflussen den Markt gleichzeitig

Die Ölpreise haben sich am Montag leicht nach oben bewegt und damit die Kursgewinne vom Freitag fortgesetzt, als Brent-Rohöl um 2,51 Prozent und WTI um 2,82 Prozent gestiegen waren. Die Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun verstärkt auf mögliche neue US-Sanktionen gegen Russland, die Auswirkungen auf das weltweite Ölangebot haben könnten. Gleichzeitig begrenzen steigende Fördermengen aus Saudi-Arabien sowie Unsicherheiten im internationalen Handel die Aufwärtsdynamik der Preise.
Brent-Futures kletterten bis 04:00 Uhr GMT um 15 Cent auf 70,51 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 14 Cent auf 68,59 US-Dollar. Hintergrund dieser Entwicklung ist unter anderem eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Patriot-Luftabwehrraketen an die Ukraine zu liefern. Zudem kündigte Trump eine bedeutende Erklärung zu Russland für Montag an, nachdem er seine Unzufriedenheit über das bisherige Verhalten von Präsident Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt zum Ausdruck gebracht hatte.
Parallel dazu arbeitet der US-Kongress an einem überparteilichen Sanktionspaket gegen Russland, das vergangene Woche an Fahrt gewann. Die endgültige Zustimmung von Trump steht jedoch noch aus. Auch auf europäischer Ebene werden neue Strafmaßnahmen vorbereitet: Nach Angaben von vier EU-Quellen stehen die Mitgliedsstaaten kurz davor, ein 18. Sanktionspaket zu verabschieden, das unter anderem eine Absenkung der Preisobergrenze für russisches Öl vorsieht.
Trotz der politischen Spannungen bleibt das globale Ölangebot von weiteren Faktoren beeinflusst. Laut Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte der Ölmarkt enger sein als bisher angenommen, da die Nachfrage im Sommer durch Reiseverkehr und Stromerzeugung stark gestützt werde. Dennoch berichteten Analysten der ANZ-Bank, dass die Preisentwicklung durch neue Zahlen aus Saudi-Arabien gebremst wurde. Demnach habe das Land im Juni seine Produktion auf 9,8 Millionen Barrel pro Tag gesteigert und damit das OPEC+-Ziel um 430.000 Barrel überschritten.
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Zur AktienanalyseDie saudische Energieministerium hingegen erklärte, das Land halte sich vollständig an seine freiwillige Förderquote innerhalb der OPEC+-Vereinbarung. Die vermarktete Rohölmenge habe im Juni 9,352 Millionen Barrel pro Tag betragen und entspreche damit dem vereinbarten Niveau. In Asien stiegen unterdessen die Ölimporte Chinas im Juni im Jahresvergleich um 7,4 Prozent auf 49,89 Millionen Tonnen, was 12,14 Millionen Barrel pro Tag entspricht – der höchste Tageswert seit August 2023.


