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Ölpreise steigen durch schwachen Dollar und Handelsunsicherheit

Trumps Zollpläne und Wintersturm beeinflussen den Energiemarkt zusätzlich

Ölpreise steigen durch schwachen Dollar und Handelsunsicherheit

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen, während der US-Dollar an Wert verlor. Anleger beobachten aufmerksam die Lagerbestände in den Vereinigten Staaten, die vorgeschlagenen Zölle von Präsident Donald Trump und die potenziellen Auswirkungen des von ihm erklärten nationalen Energie-Notstands. Brent-Rohöl-Futures verteuerten sich um 43 Cent oder 0,54 % auf 79,72 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 45 Cent oder 0,59 % auf 76,28 US-Dollar zu.

Laut dem UBS-Analysten Giovanni Staunovo erhält der Ölpreis Unterstützung durch einen leicht schwächeren US-Dollar und eine positive Risikostimmung auf den Aktienmärkten. Der Dollar konnte sich gegenüber anderen wichtigen Währungen nicht erholen und lag nahe einem Zweiwochentief. Ein schwächerer Dollar macht Öl für Investoren, die in anderen Währungen handeln, günstiger und unterstützt damit die Preise.

Marktbeobachter erwarten in dieser Woche einen Rückgang der US-Rohölbestände, was die Preise zusätzlich stärken könnte. Laut Staunovo seien die Kursbewegungen dennoch begrenzt, da sich die Marktteilnehmer auf weitere Klarheit hinsichtlich der von Trump geplanten Zölle und Sanktionspolitik warten. Trump kündigte am Dienstagabend an, dass seine Regierung die Einführung eines 10-prozentigen Zolls auf aus China importierte Waren zum 1. Februar diskutiere. Zudem bestätigte er, dass Mexiko und Kanada von Abgaben in Höhe von etwa 25 % betroffen sein könnten. Auch europäische Importe könnten mit Zöllen belegt werden, allerdings nannte Trump hierzu keine konkreten Details.

Analysten von ING sehen eine Verlagerung des Marktinteresses von US-Sanktionen gegen Russland hin zu den potenziellen Handelsmaßnahmen des Präsidenten. Sie betonen, dass die Energiebranche durch die drohenden Zölle unter Druck geraten könnte. Investoren reagierten zudem auf Trumps Entscheidung, die Unterstützung für neue Offshore-Windkraftprojekte in den USA zu beenden. Der Präsident hatte erklärt, seine Regierung werde "wahrscheinlich" keine Ölkäufe aus Venezuela mehr tätigen, einem der Hauptlieferanten der USA.

Trump stellte einen umfassenden Plan zur Maximierung der inländischen Öl- und Gasproduktion vor. Dazu gehören die Erklärung eines nationalen Energie-Notstands zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, der Abbau von Umweltvorschriften und der Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Analysten von Morgan Stanley gehen jedoch davon aus, dass diese Maßnahmen kurzfristig keine erheblichen Investitionen in den Energiesektor auslösen oder das Wachstum der US-Ölproduktion wesentlich beeinflussen werden. Sie könnten jedoch möglicherweise den Rückgang der Nachfrage nach raffinierten Produkten abmildern.

Gleichzeitig hat ein seltenes Wintersturmereignis am Dienstag die US-Golfküste getroffen. In North Dakota schätzte die dortige Pipeline-Behörde, dass die Ölproduktion aufgrund extremer Kälte und damit verbundener betrieblicher Herausforderungen um 130.000 bis 160.000 Barrel pro Tag gesunken sei.

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