Ölpreise steigen durch neue Handelsimpulse
Zulassung für Venezuela-Exporte trifft auf sinkende US-Lagerbestände und Lieferausfälle in Eurasien

Die Ölpreise sind am Freitag gestiegen, nachdem Hoffnungen auf neue Handelsabkommen die Märkte beflügelten und damit die Aussicht auf eine stabilere Weltwirtschaft und eine stärkere Nachfrage nach Rohöl verbesserten. Diese Entwicklung konnte die Auswirkungen möglicher zusätzlicher Öl-Lieferungen aus Venezuela mehr als ausgleichen.
Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 20 Cent bzw. 0,29 Prozent auf 69,38 US-Dollar je Barrel und erreichte damit ein Wochenhoch. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte ebenfalls um 20 Cent oder 0,30 Prozent auf 66,23 Dollar zu. Damit setzten die Preise ihren Aufwärtstrend nach einem Plus von rund einem Prozent in der vorangegangenen Handelssitzung fort.
Rückenwind erhielten die Märkte von der Aussicht auf neue Handelsabkommen der Vereinigten Staaten mit wichtigen Wirtschaftspartnern. Bis zum 1. August drohen neue Zölle auf Warenimporte aus mehreren Ländern. Nach einem kürzlich abgeschlossenen Handelsabkommen zwischen den USA und Japan äußerten europäische Diplomaten, dass auch ein Deal zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten in Reichweite sei. Diskutiert wird demnach ein US-Zollsatz von 15 Prozent auf EU-Importe, inklusive möglicher Ausnahmen.
Zugleich wird erwartet, dass die Vereinigten Staaten Partnerunternehmen des venezolanischen Staatskonzerns PDVSA – zunächst den US-Ölkonzern Chevron – wieder begrenzt in Venezuela operieren lassen. Sollte es dazu kommen, könnten Venezuelas Ölexporte um mehr als 200.000 Barrel pro Tag steigen. Besonders US-Raffinerien dürften davon profitieren, da das zusätzliche Angebot die angespannte Lage bei schwerem Rohöl entschärfen würde.
Beide Rohölsorten wurden zuletzt auch durch Berichte über gekürzte russische Benzinexporte gestützt. In der laufenden Woche kam es zu vorübergehenden Störungen bei den Öl-Exporten vom kasachischen Schwarzmeerhafen sowie bei der Verladung von aserbaidschanischem BTC-Rohöl aus dem türkischen Hafen Ceyhan.
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Zur AktienanalyseWeitere Unterstützung erhielt der Markt durch unerwartet starke Rückgänge bei den US-Rohölbeständen. Laut der US-Energiebehörde EIA gingen die Lagerbestände in der vergangenen Woche um 3,2 Millionen Barrel zurück und lagen damit deutlich unter den von Analysten erwarteten 1,6 Millionen Barrel.
Marktbeobachter blicken nun auf die kommende Woche, in der wichtige Konjunkturdaten aus China und den USA erwartet werden. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Industrieproduktion in China sowie Daten zur Inflation, Beschäftigung und zu den Lagerbeständen in den Vereinigten Staaten.


