Ölpreise steigen durch Hoffnungen auf Handelsdeal
China-Importe sinken trotz gestiegener OPEC+-Förderung im Mai

Die Ölpreise haben neue Mehrwochenhochs erreicht, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar und Hoffnungen auf Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und China. Investoren setzen auf eine mögliche Einigung, die die globale Konjunktur stützen und damit auch die Nachfrage nach Rohöl ankurbeln könnte. Brent-Rohöl stieg um 57 Cent beziehungsweise 0,9 Prozent auf 67,04 US-Dollar pro Barrel. Im Tagesverlauf erreichte der Preis mit 67,19 US-Dollar das höchste Niveau seit dem 28. April.
Auch US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte zu. Der Preis kletterte um 71 Cent oder 1,1 Prozent auf 65,29 US-Dollar je Barrel. Zwischenzeitlich wurde mit 65,38 US-Dollar der höchste Stand seit dem 4. April verzeichnet. Der Rückgang des US-Dollar-Index um 0,3 Prozent trug zur Preisentwicklung bei, da Rohöl für Käufer mit anderen Währungen günstiger wurde.
Bereits in der Vorwoche hatten sich Brent um vier Prozent und WTI um 6,2 Prozent verteuert. Grund war unter anderem die positive Erwartungshaltung der Märkte im Hinblick auf ein mögliches Handelsabkommen zwischen Washington und Peking. Analysten von Ritterbusch and Associates wiesen jedoch darauf hin, dass der Anstieg weitgehend technisch bedingt sei und ohne weitere positive Nachrichten rasch wieder nachlassen könne. Die laufenden Verhandlungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten standen deshalb im Fokus der Marktteilnehmer.
US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hatten im Vorfeld der Gespräche telefonisch Kontakt aufgenommen. In London trafen sich am Montag Vertreter beider Regierungen, um die Spannungen im Handelskonflikt zu entschärfen. Ein Abkommen könnte nicht nur das globale Wirtschaftsklima verbessern, sondern auch die Nachfrage nach Rohstoffen wie Öl stärken.
Gleichzeitig zeigten aktuelle Daten aus China, dass die Rohölimporte im Mai auf das niedrigste Tagesniveau seit vier Monaten gesunken sind. Der Rückgang ist auf geplante Wartungsarbeiten in staatlichen und unabhängigen Raffinerien zurückzuführen. Die chinesischen Exporte gingen ebenfalls zurück, belastet durch US-Zölle. Die Produzentenpreise fielen so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr.
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Zur AktienanalyseDie Aussicht auf ein mögliches Handelsabkommen überlagerte die Sorgen über steigende Fördermengen im OPEC+-Verbund. Laut einer Erhebung förderte die Organisation im Mai 26,75 Millionen Barrel pro Tag, ein Plus von 150.000 Barrel im Vergleich zum April. Saudi-Arabien erhöhte seine Produktion am stärksten, während Irak zusätzliche Kürzungen vornahm, um frühere Überschreitungen auszugleichen.


