ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Ölpreise steigen durch Handelsoptimismus und Lagerabbau

US-Zolldeal mit Japan, Lagerdaten und geopolitische Spannungen bewegen den Energiemarkt

Ölpreise steigen durch Handelsoptimismus und Lagerabbau

Ein Anstieg der Ölpreise sorgte am Donnerstag für Bewegung an den internationalen Energiemärkten. Hintergrund sind wachsende Hoffnungen auf Fortschritte in den US-Handelsgesprächen sowie ein überraschend starker Rückgang der US-Rohöllagerbestände. Die Preise für Brent-Rohöl stiegen um 21 Cent auf 68,72 US-Dollar pro Barrel, während US-Leichtöl (WTI) um 22 Cent auf 65,47 Dollar zulegte.

Beide Referenzsorten hatten sich am Vortag kaum verändert, da die Märkte die Entwicklung der Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union aufmerksam verfolgten. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump ein Abkommen mit Japan abgeschlossen, das Autoimporte von neuen Zöllen ausnimmt. Im Gegenzug stellt Japan ein Investitions- und Kreditpaket in Höhe von 550 Milliarden US-Dollar für Projekte in den USA zur Verfügung.

Der Markt reagierte laut dem Chefstrategen des Investmenthauses Nissan Securities Investment, Hiroyuki Kikukawa, positiv auf die Aussicht, dass ein Durchbruch bei den Zollverhandlungen mit den USA ein mögliches Worst-Case-Szenario verhindern könnte. Zugleich bremsten die weiterhin bestehenden Unsicherheiten rund um die US-chinesischen Handelsbeziehungen sowie die laufenden Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine einen stärkeren Preisanstieg. Kikukawa erwartet, dass der WTI-Preis in einer Spanne zwischen 60 und 70 Dollar verbleibt.

Auf der Angebotsseite meldete die US-Energiebehörde EIA einen Rückgang der Rohöllagerbestände um 3,2 Millionen Barrel auf insgesamt 419 Millionen Barrel – deutlich mehr als die von Analysten prognostizierten 1,6 Millionen Barrel. Auch die Benzinbestände gingen um 1,7 Millionen Barrel auf 231,1 Millionen Barrel zurück. Die Erwartungen hatten bei lediglich 908.000 Barrel gelegen. Die Vorräte an Destillaten wie Diesel und Heizöl hingegen stiegen um 2,9 Millionen Barrel auf 109,9 Millionen Barrel. Sie bleiben damit weiterhin auf einem der niedrigsten saisonalen Niveaus seit 1996, wie Analysten von ANZ feststellten.

Die Nachfrage im Sommer auf der Nordhalbkugel sei insgesamt robust gewesen, hieß es weiter. Zugleich sorgten geopolitische Entwicklungen für zusätzliche Unsicherheit. In Istanbul kamen Vertreter Russlands und der Ukraine zu neuen Friedensgesprächen zusammen, bei denen ein weiterer Gefangenenaustausch diskutiert wurde. Eine Einigung über einen Waffenstillstand oder ein Gipfeltreffen der Staatschefs blieb jedoch weiterhin in weiter Ferne.

Zudem wurde bekannt, dass ausländische Öltanker vorübergehend keine Ladungen in den wichtigsten Schwarzmeerhäfen Russlands aufnehmen durften. Zwei Branchenquellen berichteten, dass neue Vorschriften diese Einschränkungen verursacht hätten, was auch die Öl-Exporte aus Kasachstan über ein Konsortium mit Beteiligung US-amerikanischer Energiekonzerne beeinträchtigte. Die US-Energieministerin erklärte unterdessen, man ziehe Sanktionen gegen russisches Öl in Betracht. Die EU hatte kurz zuvor ihr mittlerweile 18. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet und dabei auch die Preisobergrenze für russisches Rohöl gesenkt.

ÖlÖlpreisRohölBrent Öl

Disclaimer