Ölpreise steigen deutlich auf Drei-Monats-Hoch
Kältewelle und Sanktionen gegen Russland und Iran treiben die Nachfrage an

Ölpreise stiegen am Freitag deutlich an und erreichten den höchsten Stand seit drei Monaten. Dies geschah vor dem Hintergrund zunehmender Sorgen über potenzielle Angebotsunterbrechungen durch weitere Sanktionen gegen Russland und Iran. Brent-Rohöl-Futures legten um 2,9 Prozent zu und notierten bei 79,15 US-Dollar pro Barrel, während die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI)-Futures um 2,96 Prozent auf 76,11 US-Dollar anstiegen. Damit verzeichneten beide Benchmarks in den letzten drei Wochen deutliche Zuwächse von über 8 bzw. 9 Prozent.
Laut Marktanalysten beeinflussen sowohl langfristige als auch kurzfristige Faktoren die aktuelle Entwicklung. Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank, erklärte, dass insbesondere die Aussicht auf zusätzliche Sanktionen den Markt bewege. Kurzfristig trage auch die extreme Kälte in den Vereinigten Staaten zur erhöhten Nachfrage nach Heizöl und anderen Brennstoffen bei.
Vor der Amtseinführung des designierten US-Präsidenten Donald Trump am 20. Januar wächst die Erwartung, dass verschärfte Sanktionen gegen Russland und Iran das Ölangebot weiter beeinträchtigen könnten. Noch vor diesem Datum wird von der scheidenden Regierung unter Präsident Joe Biden eine Ankündigung neuer Wirtschaftssanktionen erwartet, die insbesondere Russlands Ölindustrie ins Visier nehmen könnten. Analyst Tamas Varga von PVM bezeichnete dies als möglichen „Abschiedsgeschenk“ der Biden-Administration.
Parallel dazu trägt die kalte Witterung in den USA und Europa zur gestiegenen Nachfrage bei. Prognosen der US-Wetterbehörde deuten auf unterdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen des Landes hin, während auch in Europa ein ungewöhnlich kalter Jahresbeginn erwartet wird. Laut einer Analyse von JPMorgan könnte dies im ersten Quartal 2025 zu einem Anstieg der globalen Ölnachfrage um 1,6 Millionen Barrel pro Tag führen, vor allem für Heizöl, Kerosin und Flüssiggas.
Ein weiterer Indikator für eine mögliche Angebotsknappheit ist die Verbreiterung der Prämie zwischen dem Front-Month-Brent-Kontrakt und dem Sechsmonatskontrakt, die in dieser Woche den höchsten Stand seit August erreichte. Gleichzeitig spielt auch die Sorge um Inflation eine Rolle. Investoren betrachten Öl als Absicherung gegen steigende Verbraucherpreise, insbesondere angesichts von Trumps angekündigten Handelszöllen, die die Inflation weiter anheizen könnten.
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Zur AktienanalyseDie jüngste Rally der Ölpreise erfolgte trotz eines gestärkten US-Dollars, was Rohöl außerhalb der Vereinigten Staaten teurer macht. Analysten sehen hierin eine deutliche Marktresilienz gegenüber den üblichen Preisdämpfern.


