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Ölpreise stagnieren trotz geopolitischer Entspannung

Trumps Zollpläne und US-Nachfrage beeinflussen Markt in entgegengesetzte Richtungen

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Ölpreise stagnieren trotz geopolitischer Entspannung

Ölpreise haben sich am Donnerstag kaum bewegt, da Anleger die möglichen Folgen von US-Präsident Donald Trumps geplanter Handelspolitik auf das globale Wirtschaftswachstum abwägen. Während geopolitische Spannungen abnahmen, stützten ein schwächerer US-Dollar sowie eine gestiegene Benzinnachfrage in den Vereinigten Staaten die Notierungen. Brent-Rohöl lag am Morgen bei 70,23 US-Dollar je Barrel, ein Plus von vier Cent. Die US-Sorte West Texas Intermediate verlor hingegen leicht um einen Cent auf 68,37 Dollar pro Barrel.

Für Verunsicherung sorgt Trumps Drohung, auf brasilianische Exporte in die Vereinigten Staaten einen Strafzoll von 50 Prozent zu erheben. Hintergrund ist ein öffentlicher Streit mit Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Darüber hinaus plant die US-Regierung Zölle auf Produkte wie Kupfer, Halbleiter und Pharmazeutika. Auch Länder wie die Philippinen, der Irak, Südkorea und Japan erhielten entsprechende Zollankündigungen aus Washington.

Die Sorge um die möglichen Inflationsfolgen dieser Maßnahmen spiegelt sich auch in den jüngsten Protokollen der US-Notenbank Federal Reserve wider. Lediglich wenige Notenbankvertreter sprachen sich demnach für eine Zinssenkung noch im laufenden Monat aus. Höhere Zinsen verteuern Kredite und können die Ölnachfrage dämpfen.

Positiv wirkte sich hingegen die Entwicklung am US-Energiemarkt aus. Zwar stiegen die Rohölbestände, doch sanken zugleich die Lagerbestände bei Benzin und Destillaten. Laut Angaben der Energy Information Administration stieg die Benzinnachfrage in der vergangenen Woche um sechs Prozent auf 9,2 Millionen Barrel pro Tag.

Auch der internationale Flugverkehr zeigt Zuwächse. In den ersten acht Juli-Tagen lag die Zahl der täglichen Flüge weltweit im Durchschnitt bei 107.600 – ein neuer Höchststand. In China erreichte die Flugaktivität ein Fünfmonatshoch. Laut einer Kundenmitteilung von JP Morgan deutet auch die Entwicklung im Fracht- und Hafenverkehr auf eine anhaltende Belebung des Welthandels hin. Die globale Ölnachfrage liegt laut den Analysten derzeit bei einem Tageszuwachs von 0,97 Millionen Barrel und entspricht damit weitgehend der Jahresprognose von einer Million Barrel täglich.

Unterdessen bezweifeln Marktbeobachter, dass die jüngsten Produktionsquoten-Erhöhungen der OPEC+ tatsächlich zu mehr Öl auf dem Markt führen. Einige Mitgliedsstaaten überschreiten bereits ihre aktuellen Förderlimits, während andere – wie Russland – ihre Ziele aufgrund beschädigter Infrastruktur gar nicht erfüllen können. Die Allianz plant dennoch für September eine weitere Anhebung der Fördermengen, unter anderem durch den Wegfall freiwilliger Kürzungen sowie durch die höhere Quote der Vereinigten Arabischen Emirate.

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