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Ölpreise stabilisieren sich vor US-Zollentscheidung

Märkte blicken auf mögliche Handelskonflikte und neue Sanktionen gegen Russland und Iran

Ölpreise stabilisieren sich vor US-Zollentscheidung

Die Ölpreise hatten sich nach Verlusten am Vortag stabilisiert, während der Markt auf die Bekanntgabe neuer US-Zölle gewartet hatte, die am späten Abend veröffentlicht worden waren. Die Preise für Brent-Rohöl stiegen um einen Cent auf 74,50 US-Dollar je Barrel, nachdem sie am Dienstag um 0,4 Prozent gefallen waren. Die US-Sorte West Texas Intermediate legte um drei Cent auf 71,23 US-Dollar zu, nachdem sie am Vortag ebenfalls um 0,4 Prozent nachgegeben hatte. Zu Wochenbeginn hatten die Preise noch den höchsten Stand seit fünf Wochen erreicht.

Die Unsicherheit über die geplanten Zölle hatte für Zurückhaltung im Handel gesorgt. Analysten wiesen darauf hin, dass die neuen Maßnahmen die Gefahr eines verschärften globalen Handelskonflikts bergen könnten, der die Nachfrage nach Rohöl beeinträchtigen würde. Die Handelsvolumina blieben im frühen asiatischen Handel gering. Die Anzahl der gehandelten Brent-Kontrakte lag deutlich unter dem offenen Interesse für denselben Monat, wie Daten der LSEG-Plattform zeigten.

Die US-Regierung hatte am Dienstag bestätigt, dass Präsident Donald Trump neue Zölle ankündigen werde. Details zu Umfang und Höhe der Abgaben wurden zunächst nicht genannt. Trump hatte den 2. April wiederholt als „Befreiungstag“ bezeichnet und damit Erwartungen geschürt, dass umfassende Handelsmaßnahmen bevorstehen würden. Analysten von BMI erklärten, dass die geplanten Zölle sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken für die Ölpreise bergen könnten. Dabei sei es wahrscheinlicher, dass starke Zölle die Preise belasten, während schwächere Maßnahmen kaum für eine Preisrally sorgen dürften.

Stützend wirkten hingegen Drohungen der US-Regierung, auch russisches Öl mit Sekundärzöllen zu belegen, sowie die Ausweitung der Sanktionen gegen den Iran im Rahmen der sogenannten „Maximum-Pressure“-Kampagne. Sollte es Trump gelingen, mit den Maßnahmen zu einem Waffenstillstand im Russland-Ukraine-Konflikt beizutragen, könnten die Zölle aus Sicht von Marktbeobachtern kurzfristig wieder aufgehoben werden. Dies könnte sich positiv auf den Ölpreis auswirken, während es bei Raffinerieprodukten zu Preisdruck führen könnte.

Im Hintergrund blieben die Entwicklungen auf dem US-Ölmarkt im Blick. Nach Angaben aus Marktkreisen stiegen die US-Rohölvorräte in der vergangenen Woche um sechs Millionen Barrel, während die Benzinbestände um 1,6 Millionen Barrel sanken. Die Lagerbestände an Destillaten verringerten sich geringfügig. Offizielle Daten der US-Energiebehörde wurden im Laufe des Tages erwartet. Die Marktteilnehmer blickten gespannt auf diese Zahlen, da sie Hinweise auf die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation liefern könnten.

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