Ölpreise stabilisieren sich nach schwacher Vorwoche
Niedrige Inflation und Pipeline-Neustart mildern Sorgen über Überangebot in 2025

Die Ölpreise zeigten sich am Montag stabil, nachdem sie in der vergangenen Woche Verluste verzeichnet hatten. Ein schwächer als erwartetes US-Inflationsniveau wirkte beruhigend auf die Anleger, trotz anhaltender Sorgen über ein mögliches Überangebot im kommenden Jahr. Die Brent-Rohöl-Futures sanken um 17 Cent auf 72,77 US-Dollar pro Barrel, während die US-West Texas Intermediate (WTI)-Futures um 14 Cent auf 69,32 US-Dollar pro Barrel fielen.
Die Preise stiegen zunächst nach Bekanntgabe der US-Inflationsdaten am Freitag, die auf eine abnehmende Teuerungsrate hinwiesen. Diese Entwicklung milderte die Unsicherheiten, die durch die Zinsanpassung der US-Notenbank in der Vorwoche entstanden waren. Analysten wie Tony Sycamore von IG Markets führten die positiven Reaktionen auch auf die Verabschiedung eines Gesetzes im US-Senat zurück, das einen kurzfristigen Regierungsstillstand beendete.
Doch die anfänglichen Gewinne wurden durch die Stärkung des US-Dollars wieder aufgehoben, wie der UBS-Analyst Giovanni Staunovo erklärte. Am Montagmorgen erreichte der Dollar ein Zwei-Jahres-Hoch, nachdem diese Marke bereits am Freitag überschritten worden war. Die starke Währung setzte die Rohölpreise unter Druck, da Öl in Dollar gehandelt wird und somit teurer für Käufer außerhalb der USA wird.
In der vergangenen Woche hatten die Brent-Futures rund 2,1 % und die WTI-Futures 2,6 % an Wert verloren. Verantwortlich dafür waren unter anderem Bedenken über das globale Wirtschaftswachstum und eine gedämpfte Nachfrage nach Öl, nachdem die US-Zentralbank Zurückhaltung hinsichtlich weiterer Lockerungen der Geldpolitik signalisiert hatte. Zusätzlich belasteten Studien wie die von Sinopec, Chinas führendem Raffinerieunternehmen, die darauf hinweisen, dass der Ölverbrauch Chinas bis 2027 seinen Höhepunkt erreichen könnte, die Marktentwicklung.
Analysten von Macquarie prognostizierten ein wachsendes Angebot im kommenden Jahr, was die durchschnittlichen Brent-Preise auf 70,50 US-Dollar pro Barrel drücken könnte, verglichen mit einem Durchschnitt von 79,64 US-Dollar in diesem Jahr. Unterdessen gaben Berichte über die Wiederinbetriebnahme der Druzhba-Pipeline, die russisches und kasachisches Öl nach Mitteleuropa transportiert, Anlass zur Entspannung. Die Pipeline war zuvor aufgrund technischer Probleme an einer russischen Pumpstation vorübergehend stillgelegt worden.
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Zur AktienanalyseWährenddessen forderte der designierte US-Präsident Donald Trump die Europäische Union auf, die Importe von US-Öl und -Gas zu erhöhen, andernfalls drohten Zölle auf Exporte der EU.


