Ölpreise stabilisieren sich nach Kursschwankungen der Woche
Unsichere Waffenruhe in der Ukraine und steigendes Angebot beeinflussen den Markt

Die Ölpreise haben sich am Freitag nach einem Rückgang von mehr als einem Prozent am Vortag erholt. Investoren bewerteten die verringerten Aussichten auf ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs, das eine Rückkehr russischer Energie auf westliche Märkte ermöglichen könnte. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um 73 Cent beziehungsweise 1,04 Prozent auf 70,61 US-Dollar pro Barrel, nachdem er in der vorherigen Sitzung um 1,5 Prozent gefallen war. West Texas Intermediate (WTI) notierte bei 67,27 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg um 72 Cent oder 1,08 Prozent, nachdem der Preis am Donnerstag um 1,7 Prozent gesunken war.
Die Preise werden voraussichtlich auf Wochensicht stabil bleiben. Am vergangenen Freitag hatte Brent bei 70,36 US-Dollar und WTI bei 67,04 US-Dollar geschlossen. Laut Analysten der Commerzbank bewegte sich Brent in den vergangenen zwei Wochen um die Marke von 70 US-Dollar. Ob dieser Trend anhält, hänge von der politischen Nachrichtenlage ab.
Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte am Donnerstag, dass Moskau einem US-Vorschlag für eine Waffenruhe in der Ukraine grundsätzlich zustimme. Allerdings verlangte die russische Regierung Klarstellungen und Bedingungen, die eine rasche Beendigung der Kämpfe unwahrscheinlich machen. Experten gehen davon aus, dass ein verzögertes Waffenstillstandsabkommen die Sanktionen gegen russisches Öl länger aufrechterhalten könnte.
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump forderte Russland erneut auf, einer Waffenruhe zuzustimmen. Auf seiner privaten Social-Media-Plattform erklärte er, dass er die USA aus dem seiner Meinung nach "echten Durcheinander" mit Russland herausführen wolle. Die US-Regierung ließ eine Lizenz für Energiegeschäfte mit russischen Finanzinstituten in dieser Woche auslaufen. Chinesische Staatsunternehmen reduzierten Berichten zufolge ihre russischen Ölimporte aus Sorge vor Sanktionsrisiken.
China und Russland stellten sich zudem hinter den Iran, nachdem die USA neue Atomverhandlungen mit Teheran gefordert hatten. Hochrangige chinesische und russische Diplomaten betonten, dass ein Dialog nur auf Basis gegenseitigen Respekts und unter Aufhebung aller Sanktionen wieder aufgenommen werden könne.
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Zur AktienanalyseLaut der Internationalen Energieagentur könnte das weltweite Ölangebot in diesem Jahr die Nachfrage um rund 600.000 Barrel pro Tag übersteigen. Dies sei auf ein Produktionswachstum in den USA sowie eine schwächere als erwartete Nachfrage zurückzuführen. Die angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und anderen Nationen veranlassten die IEA dazu, ihre Prognosen für das Nachfragewachstum im letzten Quartal 2024 und im ersten Quartal 2025 zu senken.
Analysten der Commerzbank warnten, dass hohe Risiken auf der Nachfrageseite sowie eine steigende Produktion der OPEC+-Staaten gegen eine anhaltende Erholung der Ölpreise sprechen würden. In den USA hielten Energiekonzerne in dieser Woche die Zahl der aktiven Öl- und Erdgasbohranlagen stabil. Der von Baker Hughes veröffentlichte Bericht wies darauf hin, dass die Anzahl der Bohranlagen in der Woche bis zum 14. März bei 592 verharrte, was als früher Indikator für die zukünftige Produktion gilt.


