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Ölpreise stabilisieren sich nach Kurseinbruch

OPEC+-Unstimmigkeiten, China-Zölle und Iran-Gespräche bewegen den Markt weiter

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 Ölpreise stabilisieren sich nach Kurseinbruch

Die Ölpreise haben sich nach einem Rückgang von knapp zwei Prozent in der vorherigen Handelssitzung wieder leicht erholt. Brent-Rohöl stieg um acht Cent auf 66,20 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate um neun Cent auf 62,36 US-Dollar zulegte. Zuvor hatte ein Bericht darauf hingedeutet, dass mehrere OPEC+-Mitglieder beabsichtigen könnten, die Produktionssteigerungen im Juni zum zweiten Mal in Folge zu beschleunigen. Drei mit den Gesprächen vertraute Quellen hatten dies gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt.

Trotz eines allgemeinen Anstiegs risikobehafteter Anlagen blieb der Ölmarkt hinter dieser Entwicklung zurück, was Analysten der ING auf die Uneinigkeit innerhalb der OPEC+-Gruppe zurückführten. Kasachstan, das etwa zwei Prozent der weltweiten Ölproduktion stellt, kündigte an, bei der Festlegung der Fördermengen künftig nationale Interessen über jene der OPEC+ zu stellen. Das Land hatte seine Produktionsquote im vergangenen Jahr mehrfach überschritten. Solche Differenzen hatten bereits zuvor zu Spannungen innerhalb des Bündnisses geführt, was 2023 im Austritt Angolas aus der OPEC+ gipfelte.

Analysten sehen in möglichen weiteren Meinungsverschiedenheiten ein Abwärtsrisiko für den Ölpreis, da ein Zerwürfnis in eine Preisschlacht münden könnte. Unterstützung für die Ölpreise kam hingegen aus vorsichtigen Signalen über eine mögliche Annäherung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Laut einem Bericht des Wall Street Journal zeigt sich das Weiße Haus offen für eine Senkung der Strafzölle auf chinesische Waren auf bis zu 50 Prozent, um neue Verhandlungen einzuleiten. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die derzeitigen Zölle von 145 Prozent auf chinesische und 125 Prozent auf US-Produkte als nicht tragbar und kündigte eine Reduzierung als Voraussetzung für Gespräche an.

Gleichzeitig widersprach die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, einem einseitigen Abbau der Zölle. Analysten von Rystad Energy warnten unterdessen, ein anhaltender Handelskonflikt könnte das Wachstum der chinesischen Ölnachfrage in diesem Jahr halbieren – von 180.000 auf 90.000 Barrel pro Tag.

Ein weiterer belastender Faktor für die Ölpreise sind bevorstehende Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein mögliches Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Eine Einigung könnte zu einer Lockerung der Sanktionen gegen iranisches Öl und damit zu einem Angebotsanstieg führen. Erst kürzlich hatte die US-Regierung jedoch neue Sanktionen gegen den iranischen Energiesektor verhängt. Teheran kritisierte dies als Zeichen mangelnden guten Willens.

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