Ölpreise stabil vor US-Zinsentscheid und Handelsgesprächen
EU-Energieimporte, China-Verhandlungen und neue Russland-Frist beeinflussen Markterwartungen

Die Ölpreise zeigen sich stabil, während Investoren auf die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank blicken und gleichzeitig die wirtschaftlichen Folgen des jüngsten Handelsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union bewerten. Brent-Rohöl lag zuletzt bei 70,05 US-Dollar pro Barrel, nahezu unverändert im Vergleich zum Vortag, während der US-Ölpreis West Texas Intermediate leicht um zwei Cent auf 66,69 US-Dollar fiel. Beide Sorten hatten in der vorherigen Handelssitzung über zwei Prozent zugelegt. Brent erreichte am Montag seinen höchsten Stand seit dem 18. Juli.
Das kürzlich erzielte Handelsabkommen zwischen den USA und der EU beinhaltet eine Importabgabe von 15 Prozent auf die meisten europäischen Waren. Damit konnte jedoch ein vollständiger Handelskonflikt zwischen den transatlantischen Partnern abgewendet werden. Ein solcher Konflikt hätte rund ein Drittel des weltweiten Handelsvolumens betroffen und die Aussichten für die globale Nachfrage nach Kraftstoffen erheblich eingetrübt.
Teil des Abkommens ist zudem die Vereinbarung, dass die Europäische Union in den kommenden Jahren Energielieferungen im Wert von 750 Milliarden US-Dollar aus den Vereinigten Staaten beziehen soll. Analysten halten dieses Ziel für kaum erreichbar. Gleichzeitig sollen europäische Unternehmen Investitionen in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar in den USA tätigen – über die gesamte Amtszeit von Präsident Donald Trump hinweg. Die genaue zeitliche Umsetzung und die angestrebten Etappenziele dieser Investitionen bleiben bislang unklar.
Auch auf diplomatischer Ebene gibt es Bewegung. Vertreter der Vereinigten Staaten und Chinas kamen am Montag in Stockholm zusammen, um ihre langjährigen wirtschaftlichen Differenzen zu erörtern. Die Gespräche dauerten über fünf Stunden und sollen am Dienstag fortgesetzt werden. Sie gelten als Teil der Bemühungen, die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu entschärfen.
An den Finanzmärkten richtet sich der Fokus derweil auf die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, die für den 29. und 30. Juli angesetzt ist. Es wird allgemein erwartet, dass die Federal Reserve die Zinsen unverändert lässt, allerdings könnten Hinweise auf eine künftig lockerere Geldpolitik folgen. Analysten betonen, dass trotz derzeitiger Aufwärtsdynamik im Ölmarkt Unsicherheit über das wirtschaftliche Umfeld und mögliche Kursänderungen der Notenbank für erhöhte Schwankungen sorgen könnten.
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Zur AktienanalyseZudem hat US-Präsident Trump einen neuen Zeitrahmen für Russland gesetzt. Innerhalb von zehn bis zwölf Tagen soll Moskau Fortschritte im Ukraine-Konflikt vorweisen, andernfalls drohen verschärfte Sanktionen – sowohl gegen Russland selbst als auch gegen Abnehmer seiner Exportgüter.


