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Ölpreise stabil trotz neuer US-Zölle

Ukraine-Krieg, russische Exporte und Indiens Käufe prägen den Markt

Ölpreise stabil trotz neuer US-Zölle

Die Ölpreise haben sich nach Verlusten am Vortag stabilisiert, während Investoren die Entwicklung im Ukraine-Krieg und die Folgen neuer US-Zölle auf Indien im Blick behalten. Brent-Rohöl notierte am Mittwochmorgen bei 67,13 US-Dollar je Barrel und damit neun Cent niedriger, während West Texas Intermediate (WTI) um acht Cent auf 63,17 Dollar fiel. Beide Kontrakte hatten am Dienstag mehr als zwei Prozent eingebüßt, nachdem sie zum Wochenbeginn ein Zweiwochenhoch erreicht hatten.

Marktbeobachter verweisen auf anhaltende Unsicherheiten hinsichtlich einer möglichen Beilegung des Ukraine-Konflikts. Dies erhöhe die Schwankungsanfälligkeit des Ölpreises, allerdings innerhalb einer begrenzten Spanne. In den vergangenen Tagen sei der sogenannte „Friedensrabatt“ im Zusammenhang mit der Ukraine weitgehend wieder ausgepreist worden, doch zugleich fehle es am Willen der Märkte, ein hohes Risikoaufschlag-Szenario einzupreisen.

US-Sondergesandter Steve Witkoff kündigte Gespräche mit ukrainischen Vertretern in New York an. Zudem laufen auch direkte Kontakte zwischen Washington und Moskau. Zeitgleich trat die von Präsident Donald Trump verfügte Verdoppelung der Zölle auf indische Waren in Kraft. Damit steigen die Abgaben auf bis zu 50 Prozent. Begründet wird dieser Schritt mit den anhaltenden russischen Ölimporten Indiens, die nach Beginn des Ukraine-Krieges und den westlichen Sanktionen stark zugenommen hatten.

Indische Raffinerien hatten ihre Käufe russischen Rohöls nach den US-Ankündigungen zunächst zurückgefahren. Doch zuletzt sind große staatliche Unternehmen wie Indian Oil und Bharat Petroleum wieder in den Markt eingestiegen und haben Lieferungen für September und Oktober gebucht. Vertreter von Indian Oil erklärten, man werde weiterhin russisches Öl beziehen, solange es wirtschaftlich sinnvoll sei.

Analysten stellen deshalb infrage, in welchem Ausmaß die US-Zölle tatsächlich Wirkung zeigen werden. Beobachter verweisen darauf, dass Indien seit 2022 mindestens 17 Milliarden Dollar durch verbilligte russische Lieferungen eingespart habe. Zugleich warnen Experten, dass indische Exporte durch die neuen Zölle im laufenden Fiskaljahr um mehr als 40 Prozent beziehungsweise knapp 37 Milliarden Dollar einbrechen könnten.

Auch die Lage an den russischen Raffinerien beeinflusst das Marktgeschehen. Durch ukrainische Drohnenangriffe mussten mehrere Anlagen ihre Produktion einschränken, wodurch Russland gezwungen ist, mehr Rohöl auszuführen. Nach Angaben von Branchenkreisen hat Moskau seine Exportpläne für August um 200.000 Barrel pro Tag nach oben korrigiert, um die Ausfälle zu kompensieren.

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