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Ölpreise stabil trotz neuer Russland-Sanktionen

Märkte reagieren verhalten – Sorge wegen Zöllen und iranischer Atomgespräche

Ölpreise stabil trotz neuer Russland-Sanktionen

Die Ölpreise haben sich zum Wochenbeginn kaum verändert, während Investoren die möglichen Auswirkungen neuer Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland abwägen. Zugleich sorgen sich Marktteilnehmer über mögliche Folgen geplanter US-Zölle auf Einfuhren aus der EU sowie über die steigende Produktion von Erdöl im Nahen Osten, was die künftige Nachfrageentwicklung beeinflussen könnte.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel um sechs Cent auf 69,34 US-Dollar, nachdem er am Freitag um 0,35 Prozent gesunken war. Die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 17 Cent auf 67,51 Dollar, nach einem Rückgang von 0,30 Prozent zum Wochenausklang.

Die Europäische Union hatte am Freitag ihr inzwischen 18. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Dieses zielt unter anderem auf die indische Nayara Energy, die Produkte aus russischem Rohöl exportiert. Laut einem Sprecher des Kremls hat Russland mittlerweile eine gewisse Widerstandskraft gegenüber westlichen Sanktionen entwickelt.

Trotz dieser Maßnahmen blieb eine deutliche Reaktion der Märkte aus. Analysten von ING führten dies auf Zweifel an der Durchsetzbarkeit und Effektivität der neuen Sanktionen zurück. Besonders hervorzuheben sei laut Einschätzung der Experten das geplante Importverbot für raffinierte Ölprodukte, die in Drittländern aus russischem Rohöl hergestellt wurden. Die Überwachung der Herkunft des verwendeten Rohöls gestalte sich jedoch schwierig.

Parallel dazu kündigte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums an, dass am Freitag Gespräche über das iranische Atomprogramm in Istanbul stattfinden sollen – unter Beteiligung Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands. Diese Verhandlungen erfolgen vor dem Hintergrund westlicher Warnungen, dass ein Scheitern der diplomatischen Bemühungen zu einer Wiederaufnahme internationaler Sanktionen gegen den Iran führen könnte.

In den USA sank die Zahl der aktiven Ölbohrungen laut dem Dienstleister Baker Hughes auf 422 und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2021. Zusätzlich könnten die ab 1. August drohenden US-Zölle auf EU-Importe die Nachfrage nach Öl beeinträchtigen. US-Handelsminister Howard Lutnick äußerte jedoch die Hoffnung auf ein baldiges Handelsabkommen mit der Europäischen Union.

Analysten rechnen mit einer Seitwärtsbewegung der Ölpreise in einer Spanne zwischen 64 und 70 Dollar pro Barrel. Unterstützung könnte es geben, falls neue Lagerdaten auf ein knappes Angebot hinweisen. Seit der Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran Ende Juni schwankte der Brent-Preis zwischen 66,34 und 71,53 Dollar je Barrel.

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