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Ölpreise sinken nach Zwischenhoch wegen Zollunsicherheit

Anleger warten auf Klarheit, US-Lagerbestände steigen, OPEC+ plant Produktionsausweitung

Ölpreise sinken nach Zwischenhoch wegen Zollunsicherheit

Die Ölpreise sind nach einem kurzfristigen Anstieg auf ein Zwei-Wochen-Hoch wieder leicht gesunken. Anleger warten auf weitere Details zu neuen US-Zöllen und reagieren auf Anzeichen wachsender Rohölvorräte in den Vereinigten Staaten. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um 15 Cent auf 70 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich um 16 Cent auf 68,17 US-Dollar je Barrel.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine Entscheidung über neue Handelszölle vertagt und damit Hoffnungen auf mögliche Vereinbarungen mit großen Handelspartnern wie Japan, Südkorea und der Europäischen Union geweckt. Gleichzeitig herrscht bei kleineren Exportländern wie Südafrika Unsicherheit über das weitere Vorgehen. Trump verschob die Frist für neue Zölle auf den 1. August und kündigte an, dass es keine weiteren Verlängerungen geben werde.

Zudem erklärte der Präsident, er werde einen 50-prozentigen Zoll auf importiertes Kupfer erheben. Weitere Abgaben auf Halbleiter und pharmazeutische Produkte seien in Planung. Diese Maßnahmen weiten den Handelskonflikt aus und sorgen weltweit für Unruhe an den Märkten.

Marktanalysten sehen mehrere Faktoren, die sich aktuell negativ auf die Ölpreise auswirken. Neben der Unsicherheit rund um die US-Zölle zählen dazu auch mögliche Produktionssteigerungen durch die OPEC+ Staaten. Analyst Kelvin Wong von OANDA verwies auf die Unsicherheit hinsichtlich länderspezifischer und sektorbezogener Zölle sowie auf das Risiko steigender Fördermengen.

Die starke Reisetätigkeit in den USA rund um den Nationalfeiertag Anfang Juli hatte zunächst für eine stabile Nachfrage gesorgt. Doch laut Branchenquellen könnten die US-Rohölbestände um etwa 7,1 Millionen Barrel angestiegen sein. Die Vorräte an verarbeiteten Produkten wie Benzin und Diesel seien hingegen gesunken. Analysten der ING bewerteten die Rohöldaten als negativ, während die Zahlen zu den Raffinerieprodukten als eher positiv eingeschätzt wurden.

Die OPEC+ plant nach Angaben aus Kreisen für September eine weitere deutliche Erhöhung der Ölproduktion. Dies folgt auf einen zuvor angekündigten Anstieg der Fördermenge um 548.000 Barrel pro Tag für den Monat August. Dabei spielen sowohl das Ende freiwilliger Förderkürzungen von acht Mitgliedsstaaten als auch die Ausweitung der Produktionsquote für die Vereinigten Arabischen Emirate eine Rolle.

Langfristig erwartet die US-Energiebehörde EIA für das Jahr 2025 eine geringere Ölförderung in den Vereinigten Staaten als zuvor angenommen. Der Rückgang der Preise hat dazu geführt, dass US-Produzenten ihre Aktivitäten zurückgefahren haben.

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