Ölpreise sinken nach überraschendem Lageraufbau
US-Nachfrageschwäche und Zinssignale sorgen für Unsicherheit an den Märkten

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gesunken, nachdem neue Daten auf eine schwächelnde Nachfrage in den USA hingedeutet hatten. Zuvor hatten die Preise noch deutlich zugelegt. Die überraschende Entwicklung bei den Lagerbeständen sorgte für Verunsicherung an den Märkten, da sie auf eine nachlassende Verbrauchsdynamik im größten Rohölverbraucher der Welt hindeuten könnte.
Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA sind die inländischen Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um 3,8 Millionen Barrel auf 419 Millionen Barrel gestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang von 1,8 Millionen Barrel gerechnet. Auch die Benzinnachfrage ging zurück und lag bei 8,6 Millionen Barrel pro Tag. Diese Entwicklung wirft Fragen zum Konsumverhalten während der wichtigen Sommersaison auf, in der üblicherweise mit einem erhöhten Kraftstoffverbrauch gerechnet wird.
Der Preis für Brent-Rohöl sank um 24 Cent beziehungsweise 0,35 Prozent auf 68,87 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verbilligte sich ebenfalls um 24 Cent oder 0,36 Prozent und wurde zuletzt mit 67,21 Dollar pro Barrel gehandelt. Noch zur Wochenmitte hatten beide Sorten jeweils mehr als drei Prozent an Wert gewonnen.
Diese Kursgewinne waren durch geopolitische Entwicklungen getrieben worden. So hatte der Iran seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde ausgesetzt. Die Entscheidung nährte Befürchtungen, dass der schwelende Streit um das iranische Atomprogramm erneut eskalieren und zu einer militärischen Auseinandersetzung führen könnte.
Zusätzliche Impulse kamen aus dem Handelsbereich: Die USA und Vietnam hatten sich auf ein Abkommen geeinigt, das unter anderem 20-prozentige Zölle auf zahlreiche vietnamesische Exporte vorsieht. Investoren werteten diese Einigung als Zeichen für eine gewisse wirtschaftliche Stabilisierung im internationalen Handel, was mittelfristig auch die Ölnachfrage beflügeln könnte.
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Ein privater Bericht zur Beschäftigung in den USA hatte am Mittwoch erstmals seit zwei Jahren einen Rückgang ausgewiesen. Experten mahnten jedoch zur Vorsicht, da keine direkte Korrelation zwischen diesem Bericht und den offiziellen Regierungszahlen bestehe.


