Ölpreise sinken nach Trumps Russland-Frist
Markt reagiert auf mögliche Sanktionen und neue Zolldrohungen gegen wichtige Handelspartner

Die Ölpreise sind gesunken, nachdem US-Präsident Donald Trump Russland eine Frist von 50 Tagen eingeräumt hat, um den Krieg in der Ukraine zu beenden und Sanktionen zu vermeiden. Diese Ankündigung hat kurzfristige Sorgen über mögliche Angebotsengpässe auf dem Ölmarkt gemildert. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um 29 Cent oder 0,4 Prozent auf 68,92 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 35 Cent oder 0,5 Prozent auf 66,63 US-Dollar sank. Beide Kontrakte hatten bereits in der vorherigen Sitzung jeweils über einen Dollar verloren.
Der Rückgang der Ölpreise folgte auf Trumps weniger entschlossene Haltung gegenüber Sanktionen gegen russisches Öl. Marktbeobachter sehen darin eine Entspannung der Angebotslage, obwohl gleichzeitig wirtschaftlicher Druck durch Trumps angedrohte Importzölle zunimmt. Analysten zufolge reagierten die Märkte zunächst mit Preisanstieg auf die Nachricht möglicher Sanktionen, gaben diese Gewinne aber wieder ab, als Trumps 50-Tage-Frist Hoffnungen weckte, dass Strafmaßnahmen doch noch abgewendet werden könnten.
Marktexperten gehen davon aus, dass die tatsächliche Umsetzung der Sanktionen erhebliche Auswirkungen auf den Ölmarkt hätte. Russland beliefert derzeit maßgeblich Länder wie China, Indien und die Türkei mit vergünstigtem Rohöl. Diese Staaten müssten im Fall schärferer US-Sanktionen abwägen, ob sich der weitere Bezug russischen Öls trotz drohender Handelsnachteile mit den USA weiterhin lohnt.
Trump kündigte am Montag neue Waffenlieferungen an die Ukraine an. Zudem bekräftigte er am Wochenende, dass er ab dem 1. August einen pauschalen Importzoll von 30 Prozent auf die meisten Einfuhren aus der Europäischen Union und Mexiko erheben wolle. Auch andere Länder seien von ähnlichen Maßnahmen betroffen. Wirtschaftsexperten warnen, dass solche Zölle das globale Wachstum bremsen und damit auch die Nachfrage nach Kraftstoffen dämpfen könnten, was wiederum auf die Ölpreise drücken würde.
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Zur AktienanalyseTrotz der aktuellen Marktunsicherheiten rechnet das Ölkartell OPEC mit einer weiterhin sehr starken Nachfrage im dritten Quartal. Die Angebotslage bleibe aus Sicht des Generalsekretärs in naher Zukunft ausgeglichen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hob unterdessen ihre Prognose für die Ölpreise in der zweiten Jahreshälfte 2025 an. Als Gründe wurden mögliche Angebotsstörungen, sinkende Lagerbestände in den OECD-Staaten und Produktionsbeschränkungen in Russland genannt.

