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Ölpreise sinken nach kurzem Aufwärtstrend

Handelsentspannung trifft auf OPEC-Förderplus und Lagerbestandsunsicherheit

Ölpreise sinken nach kurzem Aufwärtstrend

Die Ölpreise haben nach einem Anstieg auf ein Zwei-Wochen-Hoch wieder nachgegeben. Der Rückgang wurde durch Sorgen über ein zunehmendes Angebot verursacht, obwohl zuvor Hoffnung auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China entstanden war. Beide Länder hatten sich darauf verständigt, ihre hohen Zölle für mindestens 90 Tage zu senken. Diese Entscheidung hatte zunächst für steigende Aktienkurse an der Wall Street, einen stärkeren US-Dollar und höhere Rohölpreise gesorgt.

Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 22 Cent beziehungsweise 0,3 Prozent auf 64,74 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 18 Cent oder ebenfalls 0,3 Prozent auf 61,77 Dollar nach. Am Vortag hatten beide Referenzsorten rund 1,5 Prozent höher geschlossen – das stärkste Tagesergebnis seit dem 28. April.

Trotz der kurzfristigen Entspannung im Handelsstreit bleiben grundlegende Konfliktpunkte bestehen. Dazu zählen das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten gegenüber China sowie Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach verstärkten Maßnahmen Pekings im Kampf gegen die Fentanyl-Krise. Analysten von ING wiesen darauf hin, dass trotz der vorübergehenden Entspannung erhebliche Unsicherheiten über die künftige Entwicklung bestehen. Diese Unsicherheit könne weiterhin den Ölbedarf belasten.

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Ölpreise ist die wachsende Sorge vor einem Überangebot. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) habe ihre Produktion seit April stärker gesteigert als zuvor erwartet. Für Mai sei ein weiterer Anstieg der Förderung um 411.000 Barrel pro Tag zu verzeichnen. ING-Analysten erklärten, dass die Versorgung des Ölmarktes in hohem Maße davon abhänge, ob die OPEC+ ihre angekündigten Fördererhöhungen im Mai und Juni auch tatsächlich umsetze.

Unklarheit herrscht zudem über die Entwicklung der US-Rohölvorräte. Eine Umfrage von Reuters unter Analysten ergab, dass die Lagerbestände in der vergangenen Woche wahrscheinlich zurückgegangen sind. Der Energieanalyst Walt Chancellor von Macquarie rechnet hingegen mit einem Anstieg der US-Rohöllager um 7,6 Millionen Barrel. Die unterschiedlichen Einschätzungen zeigen die anhaltende Unsicherheit auf den globalen Ölmärkten.

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