Ölpreise schwanken stark nach neuen Angriffen
Konflikt zwischen Iran und Israel schürt Angst vor regionaler Eskalation und Lieferausfällen

Die Ölpreise zeigten sich am Montag stark schwankend, nachdem sie bereits am Freitag einen Anstieg von sieben Prozent verzeichnet hatten. Neue Angriffe zwischen Israel und Iran über das Wochenende verstärkten die Befürchtungen, dass sich der Konflikt auf die gesamte Region ausweiten und die Ölexporte aus dem Nahen Osten empfindlich stören könnte. Zu Handelsbeginn am Montag legten Brent- und WTI-Rohöl zunächst um mehr als vier Dollar pro Barrel zu, bevor die Gewinne wieder teilweise abgegeben wurden.
Bis 05:07 Uhr GMT stieg der Preis für Brent-Rohöl um 64 Cent auf 74,87 Dollar je Barrel, während US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate um 76 Cent auf 73,74 Dollar zulegte. Beide Sorten hatten zuvor kurzzeitig ins Minus gedreht, was auf die Nervosität der Märkte hinweist. Am Freitag hatten die beiden Öl-Benchmarks mit einem Tagesplus von über 13 Prozent zeitweise ihre höchsten Stände seit Januar erreicht.
Auslöser für die Verunsicherung war unter anderem ein Raketenangriff Irans auf Tel Aviv und die Hafenstadt Haifa. Dabei wurden Wohnhäuser zerstört, was internationale Besorgnis auslöste, insbesondere im Vorfeld des G7-Treffens. Am Sonntag waren bereits auf beiden Seiten zivile Opfer zu beklagen, nachdem Israel und Iran gegenseitige Angriffe ausgeführt hatten. Beide Armeen riefen die Zivilbevölkerung des jeweils anderen Landes dazu auf, sich auf weitere Angriffe vorzubereiten.
Besonders brisant ist die Lage rund um die Straße von Hormus, durch die täglich etwa 18 bis 19 Millionen Barrel Öl, Kondensat und Treibstoffe transportiert werden – rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs. Analysten zufolge wäre ein möglicher Ausfall iranischer Öllieferungen schwerwiegend. Iran, Mitglied der OPEC, produziert derzeit rund 3,3 Millionen Barrel pro Tag und exportiert davon mehr als zwei Millionen.
Experten warnen, dass eine Blockade der Straße von Hormus die Preise deutlich steigen lassen könnte. Zudem würden chinesische Raffinerien, die nahezu ausschließlich iranisches Öl abnehmen, gezwungen sein, auf andere Anbieter in der Region oder auf Russland auszuweichen. Dies könnte die Frachtraten und Versicherungskosten für Tanker erhöhen, die Preisdifferenz zwischen Brent und Dubai-Rohöl verringern und die Gewinnspannen asiatischer Raffinerien belasten.
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Zur AktienanalyseUS-Präsident Donald Trump äußerte die Hoffnung auf eine Waffenruhe, erklärte jedoch zugleich, dass manche Konflikte erst militärisch ausgetragen werden müssten. Deutschland setzt auf diplomatische Bemühungen: Kanzler Friedrich Merz erklärte, das G7-Treffen in Kanada solle eine gemeinsame Lösung anstreben. Laut einem Informanten hat Iran jedoch gegenüber den Vermittlern Katar und Oman betont, unter laufenden Angriffen nicht zu Verhandlungen bereit zu sein.

