Ölpreise rutschen trotz leichter Erholung ab
Entspannung in Konflikten, wachsende Vorräte und schwächere Nachfrage drücken die Märkte

Die Ölpreise zeigten sich zum Wochenschluss leicht fester, steuern jedoch auf ein Minus von rund drei Prozent zu. Hintergrund sind Anzeichen für ein Überangebot auf dem Weltmarkt sowie eine Entspannung geopolitischer Spannungen. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet für die kommenden Jahre einen wachsenden Überschuss, was den Druck auf die Notierungen zusätzlich verstärkte. Gleichzeitig einigten sich US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin auf ein weiteres Treffen, um über den Ukraine-Krieg zu beraten. Diese Gespräche sollen innerhalb der nächsten zwei Wochen in Ungarn stattfinden.
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte am Freitag um 10 Cent auf 61,16 Dollar zu. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 10 Cent auf 57,56 Dollar. Trotz der leichten Erholung bleibt die Wochenbilanz deutlich negativ. Marktbeobachter führen den Rückgang auf eine Kombination aus geopolitischer Entspannung, schwächerer Nachfrageaussichten und gestiegenen US-Ölvorräten zurück.
Die Vereinbarung eines neuen Gipfels zwischen Washington und Moskau fällt zeitlich zusammen mit einem Waffenstillstand im Gaza-Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Nach Einschätzung von Marktanalysten ist damit ein Teil des geopolitischen Risikos aus den Ölpreisen verschwunden. Analyst Phil Flynn vom Price Futures Group sprach von einer „einmaligen Friedensphase“ im Nahen Osten und einer Entspannung auch in Osteuropa, die den Markt deutlich beruhige.
Zusätzlich belasteten wachsende Handelsspannungen zwischen den USA und China die Stimmung an den Energiemärkten. Experten warnen, dass ein Rückgang des Welthandels die Nachfrage nach Energie spürbar dämpfen könnte. Jorge Montepeque, Geschäftsführer der Onyx Capital Group, erklärte, das schwächere Vertrauen der Investoren könne sich rasch auf die US-Wirtschaft auswirken.
In den Vereinigten Staaten sorgte unterdessen ein Brand in der BP-Raffinerie im Bundesstaat Indiana für lokale Preisbewegungen. Nach Angaben von Analyst Patrick DeHaan von GasBuddy könnten die Benzinpreise in der Region um die Großen Seen infolge des Feuers kurzfristig um rund 20 Cent pro Gallone steigen.
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Zur AktienanalyseAuf die weltweiten Rohölpreise wirkt sich jedoch vor allem der wachsende Lagerbestand aus. Laut der US-Energiebehörde stiegen die Ölreserven in der vergangenen Woche um 3,5 Millionen Barrel auf 423,8 Millionen Barrel – deutlich mehr als erwartet. Der Anstieg wird auf geringere Auslastung der Raffinerien während der Herbstwartungen zurückgeführt. Gleichzeitig erreichte die US-Ölproduktion mit 13,636 Millionen Barrel pro Tag ein neues Rekordniveau.


