Ölpreise nahe Monatshoch trotz leichter Verluste
US-Sanktionen und OPEC-Treffen bestimmen Markt, schwache US-Konjunktur bremst Nachfrageaussichten

Die Ölpreise gaben im asiatischen Handel leicht nach, hielten sich jedoch in der Nähe des höchsten Standes seit einem Monat. Hintergrund sind neue US-Sanktionen gegen ein Netzwerk von Reedereien und Schiffen, die iranisches Öl unter falscher Flagge transportiert haben sollen. Betroffen ist ein von einem Geschäftsmann mit Verbindungen in den Irak und nach St. Kitts geführtes Geflecht, das iranisches Öl als irakische Fracht deklariert haben soll.
Der Preis für die Nordseesorte Brent sank um 19 Cent beziehungsweise 0,3 Prozent auf 68,95 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate verlor 16 Cent oder 0,2 Prozent und lag bei 65,43 Dollar. In der vorangegangenen Sitzung hatten beide Referenzsorten um mehr als ein Prozent zugelegt, gestützt durch die Ankündigung der neuen Strafmaßnahmen. Marktbeobachter sehen darin ein Signal für eine mögliche Verknappung des Angebots.
Laut der Analystin Priyanka Sachdeva vom Brokerhaus Phillip Nova bleibt die strukturelle Volatilität hoch. Sanktionen gegen den Iran und geopolitische Spannungen bestimmten den Risikoaufschlag, der die Ölpreise nahe der jüngsten Höchststände halte. Auch die anstehende Sitzung der OPEC+ sorgt für Aufmerksamkeit. Am 7. September beraten acht Mitgliedsstaaten und ihre Partner über mögliche Anpassungen, wobei Experten derzeit nicht mit neuen Produktionsänderungen rechnen.
Der Analyst Emril Jamil von LSEG erklärte, geopolitische Risiken prägten weiterhin die Entwicklung der Ölpreise. Der Markt blicke gespannt auf das Treffen der Förderallianz, da eine Überproduktion nicht ausgeschlossen sei. Gleichzeitig liefere die Entwicklung der US-Lagerbestände zusätzliche Impulse. Eine Umfrage unter Analysten hatte ergeben, dass die Rohöllager in den Vereinigten Staaten in der Woche bis zum 29. August um durchschnittlich 3,4 Millionen Barrel gesunken sein könnten. Auch bei Destillaten und Benzin wurde ein Rückgang erwartet.
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Zur AktienanalyseDämpfend auf die Ölpreise wirkt dagegen die schwache Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Die Industrieproduktion schrumpfte den sechsten Monat in Folge. Belastet wird die wirtschaftliche Entwicklung durch die Zollpolitik von Präsident Donald Trump, die sich auf das Geschäftsklima auswirkt. Das schwächt die Nachfrageaussichten für Öl und setzt den Preisen Grenzen.


