Ölpreise im Nahen Osten steigen stark
China und Indien suchen Alternativen nach US-Sanktionen gegen Russland und Iran

Die Preise für Rohöl aus dem Nahen Osten sind auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren gestiegen. Grund für diese Entwicklung ist eine erhöhte Nachfrage aus China und Indien, die auf der Suche nach alternativen Lieferquellen sind, um die durch Sanktionen eingeschränkten Ölimporte aus Russland und Iran zu ersetzen. Die US-Regierung hatte am Freitag umfassende Sanktionen gegen russische Ölproduzenten und Transportunternehmen verhängt, was die Verfügbarkeit von Schiffen einschränkte und die weltweiten Lieferketten unter Druck setzte.
China und Indien, die weltweit größte und drittgrößte Ölimporteure, bemühen sich intensiv um alternative Versorgungswege. In den jüngsten Handelsgeschäften hat QatarEnergy den Preis für al-Shaheen-Rohöl mit Verladung im März mehr als verdoppelt. Der neue Preis liegt nun bei 3,81 US-Dollar pro Barrel über dem Dubai-Referenzpreis. Damit erreicht der Preis das höchste Niveau seit Oktober 2022. Insgesamt wurden zwei Ladungen an das französische Unternehmen TotalEnergies verkauft, das als Totsa bekannt ist.
Die gestiegenen Preise betreffen nicht nur QatarEnergy. Auch die Prämien für andere Rohölsorten aus dem Nahen Osten, wie Oman und Dubai, sind auf den höchsten Stand seit November 2022 geklettert. Dies unterstreicht die intensiven Bemühungen von Käufern, ihre Lieferketten zu sichern und Betriebsstörungen zu vermeiden. Die indische Indian Oil Corporation hat erstmals seit März 2022 wieder eine Ausschreibung für schwefelhaltiges Rohöl veröffentlicht. Zusätzlich sucht das Unternehmen nach süßem Rohöl, wie aus Handelskreisen bekannt wurde.
Weitere Handelsabschlüsse betrafen unter anderem den Kauf einer Ladung von Qatar Marine-Rohöl durch Unipec sowie den Erwerb von Abu Dhabi Upper Zakum-Rohöl durch Sinochem. Die indische Hindustan Petroleum Corporation sicherte sich eine Million Barrel des irakischen Basra Medium-Rohöls zu einem Aufschlag von 1,90 US-Dollar pro Barrel. QatarEnergy verkaufte zudem leichtere Rohölsorten zu erhöhten Preisen. Insgesamt wurden mehrere Ladungen von jeweils 500.000 Barrel verkauft.
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Zur AktienanalyseDie neuen Sanktionen der USA gegen Russland könnten laut der Internationalen Energieagentur die globalen Lieferketten weiter destabilisieren. Zwar wurden die möglichen Auswirkungen noch nicht in die Prognosen einbezogen, die Unsicherheiten auf den Märkten bleiben jedoch hoch. Zeitgleich bemühen sich chinesische Raffinerien, iranische Lieferungen durch alternative Quellen zu ersetzen. So wurden zusätzliche Lieferungen aus Saudi-Arabien angefragt, diese jedoch nicht gewährt. Saudi Aramco lehnte eine Stellungnahme ab. Die Entwicklung der Ölpreise bleibt daher stark von geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren geprägt.


