Ölpreise geben nach wegen Trumps Zolldrohungen
Unerwarteter Lageraufbau in den USA verstärkt Druck auf die Märkte

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gesunken, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut mit harten Handelsmaßnahmen gegen Russland gedroht hat. Gleichzeitig belastete ein überraschender Anstieg der US-Rohöllagerbestände die Märkte. Investoren warteten auf genauere Signale aus Washington, wie ernst die jüngsten Aussagen tatsächlich zu bewerten sind. Die geopolitischen Spannungen und die Entwicklung der US-Ölreserven hielten die Märkte in der Schwebe.
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September sank um 60 Cent beziehungsweise 0,8 Prozent auf 72,64 US-Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor ebenfalls 0,8 Prozent und notierte bei 69,42 US-Dollar. Beide Öl-Benchmarks hatten am Vortag noch um etwa ein Prozent zugelegt.
Trump kündigte an, er werde neue Maßnahmen gegen Russland verhängen, darunter auch 100-prozentige Sekundärzölle gegen Handelspartner des Landes, sollten innerhalb von 10 bis 12 Tagen keine Fortschritte im Ukraine-Konflikt erzielt werden. Ursprünglich hatte er dafür eine Frist von 50 Tagen angesetzt. Auch China, der größte Abnehmer von russischem Öl, wurde von Washington gewarnt: Sollte es weiterhin russisches Öl kaufen, drohten ebenfalls massive Strafzölle.
Parallel zu den Aussagen Trumps meldete das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen über 115 Personen, Unternehmen und Schiffe mit Verbindung zum Iran. Dies ist Teil der verschärften Sanktionspolitik, nachdem US-Streitkräfte im Juni iranische Atomanlagen bombardiert hatten.
In den USA stiegen die landesweiten Rohölvorräte laut der Energieinformationsbehörde (EIA) in der Woche bis zum 25. Juli um 7,7 Millionen Barrel auf insgesamt 426,7 Millionen Barrel. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang von 1,3 Millionen Barrel gerechnet. Als Hauptursache für den Lageraufbau gelten sinkende Exporte.
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Zur AktienanalyseIm Gegensatz dazu gingen die Benzinvorräte deutlich zurück. Sie sanken um 2,7 Millionen Barrel auf 228,4 Millionen Barrel, deutlich stärker als die erwarteten 600.000 Barrel. Marktbeobachter werten diesen Rückgang als Zeichen für eine rege Nachfrage während der laufenden Fahrsaison.
Analysten sprechen von einem gemischten Bild: Einerseits wirke der Anstieg der Rohölbestände preisdämpfend, andererseits signalisiere der starke Rückgang der Benzinreserven eine stabile Nachfrage. Die politische Unsicherheit sorge zusätzlich für Zurückhaltung unter den Marktteilnehmern.

