Ölpreise geben nach Sieben-Wochen-Hoch nach
Gewinnmitnahmen, schwächere Nachfrage und kurdische Exporte belasten den Markt

Die Ölpreise haben am Donnerstag leicht nachgegeben, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung den höchsten Stand seit sieben Wochen erreicht hatten. Händler machten Gewinnmitnahmen und eine schwächere Nachfrage im Winter verantwortlich. Auch die Aussicht auf eine Rückkehr von Lieferungen aus der kurdischen Region im Irak trug zur Abwärtsbewegung bei. Brent-Futures lagen zuletzt bei 69,07 US-Dollar je Barrel, ein Rückgang von 24 Cent oder 0,35 Prozent. Die US-Sorte West Texas Intermediate fiel um 31 Cent oder 0,48 Prozent auf 64,68 US-Dollar.
Am Mittwoch hatten beide Referenzsorten noch 2,5 Prozent zugelegt und damit den höchsten Stand seit dem 1. August erreicht. Auslöser war ein unerwarteter Rückgang der US-Rohölvorräte sowie die Sorge, dass Angriffe der Ukraine auf russische Energieinfrastruktur die Versorgung beeinträchtigen könnten. Der Anstieg wurde jedoch von einer allgemein schwächeren Stimmung an den Aktienmärkten gebremst. Zwei Verlusttage in Folge bei US-Aktien setzten die Ölpreise zusätzlich unter Druck.
Analysten verwiesen zudem auf Äußerungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell. Er hatte am Dienstag auf mögliche Überbewertungen an den Aktienmärkten hingewiesen. Diese Einschätzung belastete nicht nur die Börsen, sondern auch den Ölmarkt. Die Risikobereitschaft der Investoren habe dadurch insgesamt abgenommen, erklärten Marktbeobachter.
Von Angebotsseite kamen weitere Signale, die für sinkende Preise sprechen. Laut Einschätzungen dürften schon bald zusätzliche Mengen aus Irak und Kurdistan auf den Markt kommen. Acht Ölkonzerne hatten sich am Mittwoch mit der irakischen Zentralregierung und der kurdischen Regionalregierung auf eine Wiederaufnahme der Exporte geeinigt. Analysten wiesen darauf hin, dass die Rückkehr der kurdischen Lieferungen die Angst vor einem Überangebot wieder in den Vordergrund rückt.
Auch die Nachfrageseite deutet auf eine Abkühlung hin. Mit dem Ende der Hochsaison für Ölprodukte rechnet der Markt mit einer allmählichen Abschwächung der Nachfrage. Ein Bericht von Haitong Securities betonte, dass die Preise bisher noch nicht vollständig die Erwartung steigender Übermengen widerspiegeln. Hinzu kommt eine nachlassende Benzinnachfrage in den USA. Experten von J.P. Morgan berichteten, dass sich der Rückgang im Kraftstoffverbrauch bereits bemerkbar macht und mit einem allgemein moderateren Reiseverhalten zusammenhängt.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklung verdeutlicht die Unsicherheit am Ölmarkt zwischen geopolitischen Risiken, schwächerer Nachfrage und wachsendem Angebot. Anleger reagierten mit Vorsicht, was kurzfristig auf die Preise drückte. Insgesamt bleibt der Markt angesichts dieser Faktoren anfällig für schnelle Richtungswechsel.

