Ölpreise geben leicht nach trotz geopolitischer Spannungen
US-Notenbank-Sitzung und sinkende Lagerbestände rücken in den Fokus der Märkte

Die Ölpreise haben nach einem Anstieg zu Wochenbeginn wieder leicht nachgegeben, werden jedoch weiterhin von geopolitischen Unsicherheiten gestützt. Händler beobachten aufmerksam die Entwicklungen rund um mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank, die noch am selben Tag erwartet werden. Brent-Rohöl verbilligte sich im frühen Handel um 33 Cent beziehungsweise 0,5 Prozent auf 68,14 Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate um 32 Cent oder ebenfalls 0,5 Prozent auf 64,20 Dollar fiel.
Am Vortag hatten die beiden wichtigsten Referenzsorten mehr als ein Prozent zugelegt. Hintergrund waren Befürchtungen, dass die russische Ölversorgung durch ukrainische Drohnenangriffe auf Exporthäfen und Raffinerien beeinträchtigt werden könnte. Branchenkreisen zufolge warnte das russische Pipeline-Monopol Transneft die Produzenten, dass eine Kürzung der Förderung notwendig werden könnte, sollte es zu weiteren Schäden kommen.
Analysten verweisen darauf, dass der Markt bislang in einer Handelsspanne von rund fünf Dollar pro Barrel verharrt habe. Sollte sich der Schaden an der russischen Infrastruktur als begrenzt erweisen, dürfte diese Spanne Bestand haben. Gleichzeitig sorgt die steigende OPEC-Produktion in Verbindung mit anhaltenden Sanktionen für eine angespannte Marktlage, in der Versorgungsrisiken stärker in den Vordergrund rücken.
Mit Blick auf die Nachfrageentwicklung richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf die Sitzung der US-Notenbank. Investoren erwarten einen Zinsschritt um 25 Basispunkte, der die Kreditkosten senken und den Treibstoffverbrauch ankurbeln könnte. Erstmals nimmt dabei auch der neue Gouverneur Stephen Miran an den Beratungen teil. Marktbeobachter sehen in der Geldpolitik einen entscheidenden Faktor für die weitere Preisentwicklung, da eine Lockerung konjunkturelle Impulse für die Energiebranche setzen könnte.
Die jüngsten Preisbewegungen werden zudem von den Lagerdaten in den Vereinigten Staaten beeinflusst. Nach Zahlen des American Petroleum Institute sind die Bestände an Rohöl und Benzin in der vergangenen Woche gesunken, während die Vorräte an Destillaten zulegten. Eine Reuters-Umfrage unter neun Analysten geht davon aus, dass die offiziellen Daten der US-Energiebehörde einen ähnlichen Trend bestätigen werden, mit einem Rückgang bei Rohöl sowie Anstiegen bei Benzin- und Destillatbeständen.
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Zur AktienanalyseMarktteilnehmer verweisen darauf, dass geopolitische Spannungen und Angebotsrisiken derzeit den Boden für die Ölpreise bilden. Gleichzeitig zeichnen sich für den Rest des Jahres Angebotsüberhänge ab, da die OPEC+ ihre Fördermengen weiter anhebt. Analysten bleiben daher vorsichtig, ob die gegenwärtige Preisstützung Bestand haben kann oder ob die wachsenden Vorräte den Markt erneut unter Druck setzen werden.

