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Ölpreise geben leicht nach im Asienhandel

Zinsentscheidung der US-Notenbank und Nahost-Konflikt verunsichern die Märkte

Ölpreise geben leicht nach im Asienhandel

Die Ölpreise sind am Mittwoch im asiatischen Handel leicht gesunken, nachdem sie am Vortag um vier Prozent gestiegen waren. Grund für die Marktbewegung ist die anhaltende Sorge über mögliche Angebotsunterbrechungen durch den Iran-Israel-Konflikt, der mittlerweile in den sechsten Tag geht. Gleichzeitig richtet sich der Blick der Anleger auf die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank, die sich ebenfalls auf die Ölnachfrage auswirken könnte.

Die Nordseesorte Brent gab bis 6:20 Uhr GMT um 49 Cent oder 0,6 Prozent auf 75,96 US-Dollar je Barrel nach. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor 38 Cent oder 0,5 Prozent und wurde zu 74,46 US-Dollar je Barrel gehandelt. Beide Kontrakte hatten im frühen Handel zunächst leicht zugelegt.

US-Präsident Donald Trump forderte am Dienstag die "bedingungslose Kapitulation" Irans, während sich der Luftkrieg zwischen Israel und Iran weiter zuspitzt. Zur Unterstützung der eigenen Präsenz in der Region entsendet das US-Militär zusätzliche Kampfflugzeuge, wie drei US-Beamte bestätigten.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll Israel unterdessen nur noch über begrenzte Vorräte an „Arrow“-Abwehrraketen verfügen, was die Verteidigungsfähigkeit gegen iranische Langstreckenraketen in Frage stellt. Die angespannte Lage im Nahen Osten lässt die Märkte insbesondere auf den strategisch wichtigen Seeweg Straße von Hormus blicken, durch den etwa ein Fünftel des weltweit verschifften Öls transportiert wird.

Iran ist nach Saudi-Arabien und dem Irak der drittgrößte Ölproduzent innerhalb der OPEC und fördert rund 3,3 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Analysten verweisen jedoch darauf, dass bei einem Ausfall iranischer Exporte die übrigen OPEC+-Staaten über ausreichend freie Kapazitäten verfügten, um diese Menge auszugleichen. Nach Einschätzung von Fitch könnten selbst bei einem vollständigen Ausfall iranischer Ölexporte die übrigen Förderländer etwa 5,7 Millionen Barrel täglich zusätzlich liefern.

Die geopolitische Risikoprämie sei aktuell mit etwa fünf bis zehn Dollar je Barrel im Ölpreis eingepreist. In den vergangenen zwei Wochen war Brent um etwa zehn Dollar gestiegen. Unterdessen beschäftigt sich die US-Notenbank weiterhin mit der Entwicklung der Leitzinsen, die derzeit zwischen 4,25 und 4,50 Prozent liegen. Marktbeobachter halten eine Zinssenkung bereits im Juli für möglich – als Reaktion auf die geopolitischen Spannungen und die sich abkühlende Konjunktur.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Konflikt im Nahen Osten nicht nur dämpfend auf das Wachstum wirkt, sondern durch steigende Ölpreise auch eine neue Inflationsquelle darstellen könnte. Aktuelle Wirtschaftsdaten deuten bereits auf eine Abschwächung der US-Wirtschaft hin, während Trumps unberechenbarer Politikstil zusätzliche Unsicherheit an den Märkten schürt.

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