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Ölpreise geben leicht nach bei höherem Angebot

OPEC+ erhöht Förderung – US-Zölle sorgen für wirtschaftliche Unsicherheit

Ölpreise geben leicht nach bei höherem Angebot

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gefallen, nachdem sie zu Wochenbeginn um knapp zwei Prozent gestiegen waren. Grund für die Entwicklung ist eine Kombination aus geopolitischen Unsicherheiten infolge geplanter US-Zölle und der Ankündigung eines deutlicheren Produktionsanstiegs durch das OPEC+-Bündnis als bislang erwartet. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 22 Cent auf 69,36 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate um 27 Cent auf 67,66 Dollar sank.

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ab dem 1. August deutlich höhere Zölle gegenüber mehreren Handelspartnern erheben zu wollen, hat bei Marktteilnehmern für Unsicherheit gesorgt. Zu den betroffenen Ländern zählen unter anderem Südkorea, Japan, Serbien, Thailand und Tunesien. Zwar stellte Trump später klar, dass das genannte Datum noch nicht endgültig sei, dennoch bleibt die Sorge bestehen, dass Handelshemmnisse die weltweite Konjunktur und in der Folge die Ölnachfrage dämpfen könnten.

Gleichzeitig hatte das OPEC+-Bündnis am Wochenende beschlossen, seine tägliche Ölproduktion im August um 548.000 Barrel zu erhöhen. Damit übertrifft die Fördergruppe, der unter anderem Saudi-Arabien und Russland angehören, die bisherigen monatlichen Anhebungen von 411.000 Barrel. Analysten gehen davon aus, dass vor allem Saudi-Arabien den Großteil des zusätzlichen Angebots stellt. Die freiwilligen Produktionskürzungen von insgesamt 2,2 Millionen Barrel täglich, die in den vergangenen Monaten vereinbart worden waren, werden damit nahezu vollständig aufgehoben.

Ein weiterer Anstieg um rund 550.000 Barrel pro Tag wird für die OPEC+-Sitzung am 3. August erwartet, was die Rücknahme der bisherigen Kürzungen abschließen würde. In der Vergangenheit blieb die tatsächliche Fördermenge allerdings oft hinter den angekündigten Zahlen zurück.

Trotz der Unwägbarkeiten im Handel gibt es Anzeichen für eine stabile Nachfrage. In den USA, dem weltweit größten Ölverbraucher, stützt eine rege Reisetätigkeit während des verlängerten Unabhängigkeitstags-Wochenendes die Märkte. Nach Angaben des Reiseverbands AAA wollten rund 72,2 Millionen Amerikaner mehr als 80 Kilometer zurücklegen – ein Rekordwert. Auch in Indien, dem drittgrößten Ölverbraucher der Welt, wurde im Juni ein Anstieg des Kraftstoffverbrauchs um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr registriert.

Daten der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde für Rohstoffmärkte zeigen zudem, dass institutionelle Anleger ihre Netto-Long-Positionen auf Ölterminkontrakte zuletzt deutlich erhöht haben. Beobachter führen dies auf eine robuste Nachfrage zurück, die saisonal bedingt hoch bleibt. Unklar bleibt jedoch, ob die Konsumnachfrage auf längere Sicht ausreichen wird, um das höhere Angebot vollständig aufzunehmen.

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