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Ölpreise fallen wegen wachsender Handelskonflikte

US-Zölle, EU-Gegenmaßnahmen und steigendes Angebot verunsichern die Rohstoffmärkte

Ölpreise fallen wegen wachsender Handelskonflikte

Die Ölpreise sind gesunken, da wachsende Spannungen im globalen Handel zwischen den USA und der Europäischen Union die Aussichten auf eine steigende Kraftstoffnachfrage trüben. Händler und Investoren reagieren zunehmend nervös auf die Möglichkeit, dass ein neuer Handelskonflikt zwischen den beiden Wirtschaftsräumen die wirtschaftliche Aktivität dämpfen und damit den Bedarf an Rohöl verringern könnte.

Am frühen Dienstagmorgen notierte die Nordsee-Sorte Brent mit 68,69 US-Dollar je Barrel um 52 Cent oder 0,75 Prozent niedriger. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 51 Cent beziehungsweise 0,76 Prozent auf 66,69 US-Dollar. Bereits am Montag hatten beide Referenzsorten leicht nachgegeben. Der August-Kontrakt für WTI läuft am Dienstag aus, während der aktivere September-Kontrakt um 54 Cent auf 65,41 US-Dollar pro Fass sank.

Marktanalystin Priyanka Sachdeva vom Brokerhaus Phillip Nova erklärte, die allgemeine Nachfrageunsicherheit halte angesichts der eskalierenden globalen Handelskonflikte an. Besonders im Fokus stünden neue Zolldrohungen zwischen großen Volkswirtschaften sowie mögliche Ankündigungen des ehemaligen US-Präsidenten Trump vor dem 1. August. Auch die jüngsten US-Sanktionen gegen russisches Rohöl würden als Unsicherheitsfaktor angesehen.

Auf der Angebotsseite hat sich die Lage etwas entspannt. Die Förderung durch große Ölproduzenten wurde erhöht, nachdem ein Waffenstillstand zwischen Israel und Iran am 24. Juni das Risiko weiterer Versorgungsunterbrechungen verringerte. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Entwicklung weltweit ein Risikofaktor, da Änderungen in der US-Handelspolitik das Vertrauen belasten.

Ein schwächerer US-Dollar hat den Ölpreisen zuletzt zwar etwas Unterstützung gegeben, da Rohöl für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten günstiger wurde. Dieser Effekt konnte die Sorgen um eine mögliche Handelseskalation jedoch nicht aufwiegen. Marktbeobachter Tony Sycamore von IG verwies auf diese gegenläufigen Einflüsse in einer aktuellen Analyse.

Die Europäische Union prüft laut Diplomaten eine breitere Palette möglicher Gegenmaßnahmen, falls bis zum 1. August keine Einigung mit den USA erzielt wird. Washington droht im Gegenzug mit einem Importzoll von 30 Prozent auf EU-Waren. Gleichzeitig steigt das Angebot auf dem Ölmarkt weiter an, da die OPEC-Staaten und ihre Partner ihre Förderkürzungen zunehmend zurücknehmen. Saudi-Arabien exportierte laut aktuellen Daten im Mai so viel Rohöl wie seit drei Monaten nicht mehr.

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