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Ölpreise fallen wegen wachsender Angebotsrisiken

OPEC+ plant Förderausweitung, Kurdistan exportiert wieder, US-Politik verstärkt Unsicherheit

Ölpreise fallen wegen wachsender Angebotsrisiken

Die Aussicht auf ein wachsendes Ölangebot hat die Preise an den internationalen Märkten unter Druck gesetzt. Anzeichen für eine erneute Produktionsausweitung durch die Allianz OPEC+ und die Wiederaufnahme von Ölexporten aus dem Nordirak haben die Erwartungen an ein Überangebot verstärkt und die Notierungen sinken lassen. Brent-Rohöl zur Lieferung im November verbilligte sich um 28 Cent beziehungsweise 0,4 Prozent auf 67,69 Dollar je Barrel. Der Dezember-Kontrakt, der stärker gehandelt wird, fiel um 33 Cent oder 0,5 Prozent auf 66,76 Dollar. Die US-Sorte West Texas Intermediate notierte mit 63,16 Dollar je Barrel um 29 Cent beziehungsweise 0,5 Prozent niedriger.

Die Rückgänge setzten die Verluste des Vortages fort, als Brent und WTI nach dem stärksten täglichen Preisrutsch seit dem 1. August jeweils mehr als drei Prozent tiefer aus dem Handel gegangen waren. Für zusätzlichen Preisdruck sorgte die Nachricht, dass die Region Kurdistan im Irak am Wochenende nach jahrelangem Stillstand wieder mit dem Export von Rohöl begonnen hat. Zudem deuten Berichte darauf hin, dass die OPEC+ bei ihrem anstehenden Treffen eine Produktionssteigerung für November beschließen dürfte.

Nach Angaben von drei mit den Gesprächen vertrauten Personen plant das Bündnis, dem auch Russland angehört, eine Erhöhung der Fördermenge um mindestens 137.000 Barrel pro Tag. Analysten zufolge stößt diese Aussicht bei Marktteilnehmern auf Skepsis, obwohl die tatsächliche Förderung der Gruppe derzeit unter dem vereinbarten Limit liegt. Dennoch habe allein die Ankündigung zusätzlichen Angebots den Markt spürbar belastet.

Parallel dazu floss am Samstag erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder Öl aus der halbautonomen kurdischen Region über eine Pipeline in die Türkei. Ein Übergangsabkommen hatte zuvor eine festgefahrene Situation gelöst und den Weg für die Wiederaufnahme der Lieferungen freigemacht, wie das irakische Ölministerium mitteilte.

Der Markt reagiert derzeit empfindlich auf Veränderungen des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. Während Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Raffinerien potenzielle Risiken auf der Angebotsseite geschaffen haben, rücken zugleich Sorgen über eine schwächelnde Nachfrage und eine mögliche Überversorgung stärker in den Vordergrund.

Auch politische Entwicklungen in den USA tragen zur Unsicherheit bei. Die Aussicht auf einen möglichen Regierungsstillstand hat laut Analysten von ANZ die Nachfrageerwartungen zusätzlich eingetrübt. Ein solcher Stillstand könnte zahlreiche staatliche Dienstleistungen beeinträchtigen und die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten verzögern, darunter der Arbeitsmarktbericht, der am Freitag erwartet wird und für die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank eine zentrale Rolle spielt.

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