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Ölpreise fallen wegen schwacher Nachfrageprognosen

Chinas Wirtschaftsdaten und Fed-Entscheidung setzen die Märkte unter Druck

Ölpreise fallen wegen schwacher Nachfrageprognosen

Ölpreise gaben am Dienstag nach, da schwache Wirtschaftsdaten aus China die Nachfrageaussichten dämpften und die Anleger vorsichtig auf die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank blickten. Die Nordsee-Sorte Brent verlor 32 Cent auf 73,59 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate um 44 Cent auf 70,27 US-Dollar fiel. Ein Marktanalyst von IG, Tony Sycamore, erklärte, dass die Preise nach der jüngsten Rallye von sechs Prozent aufgrund von Gewinnmitnahmen unter Druck geraten seien. Zusätzlich belastete eine Reihe enttäuschender Wirtschaftsdaten aus China die Stimmung.

Am Montag hatten schwächer als erwartet ausgefallene Verbraucherausgaben in China zu einem Rückgang der Ölpreise von den Mehrwochenhochs geführt. Dies geschah trotz einer robusten industriellen Produktion. Zugleich hielten sich Anleger vor der letzten Sitzung der US-Notenbank in diesem Jahr zurück. Die Sitzung, die am Dienstag und Mittwoch stattfindet, wird voraussichtlich zu einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte führen. Analysten zufolge könnten unerwartete Entscheidungen der Federal Reserve die Märkte bewegen, da die Zinssenkung bereits weitgehend eingepreist sei. Niedrigere Zinssätze können das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die Nachfrage nach Öl erhöhen.

Die langfristige Entwicklung des Ölmarktes könnte durch steigende Fördermengen aus Nicht-OPEC+-Ländern wie den USA und Brasilien sowie eine abnehmende Nachfrage, vor allem in China, beeinflusst werden. Die Internationale Energieagentur wies in ihrem jüngsten Monatsbericht darauf hin, dass trotz der anhaltenden Förderkürzungen der OPEC+ im kommenden Jahr ein Überangebot von 950.000 Barrel pro Tag erwartet wird, was etwa ein Prozent der weltweiten Versorgung entspricht.

Am Montag hatte die Europäische Kommission ein 15. Sanktionspaket der EU gegen Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts angekündigt. Dieses Paket umfasst strengere Maßnahmen gegen chinesische Unternehmen und weitere Schiffe aus der sogenannten „Schattenflotte“ Russlands, die nicht durch westliche Versicherer gedeckt oder reguliert sind. Eine Gruppe westlicher Staaten plant, die Versicherungsdokumente dieser Schiffe in Schlüsselregionen wie dem Ärmelkanal, den dänischen Meerengen und dem Finnischen Meerbusen zu überprüfen.

Laut Analyst Anh Pham von LSEG dürften die neuen Sanktionen jedoch kaum zu spürbaren Marktverwerfungen führen. Da die meisten Ölströme aus Russland mittlerweile keine westlichen Dienstleistungen mehr in Anspruch nehmen, seien Unterbrechungen unwahrscheinlich. Der Fokus der Märkte bleibt auf den Entscheidungen der Federal Reserve, die auch Hinweise darauf geben könnte, wie stark die Zinssätze in den Jahren 2025 und 2026 gesenkt werden und ob eine mögliche Inflationssteigerung zu einer Reduktion der geldpolitischen Lockerung führt.

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