Ölpreise fallen wegen Handelszöllen und Rezessionsängsten
Markt reagiert auf US-Zollpolitik, OPEC+ plant flexible Förderstrategie

Die Ölpreise gaben am Dienstag den zweiten Tag in Folge nach. Marktteilnehmer zeigten sich besorgt über eine mögliche Rezession in den Vereinigten Staaten, die Auswirkungen von Handelszöllen auf das globale Wirtschaftswachstum sowie eine geplante Produktionssteigerung durch die OPEC+. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl fiel um sechs Cent oder 0,1 Prozent auf 69,22 US-Dollar. Der Preis für US-amerikanisches West Texas Intermediate (WTI) sank um 13 Cent oder 0,2 Prozent auf 65,90 US-Dollar.
Die protektionistische Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sorgt weiterhin für Unruhe an den internationalen Märkten. Trump hatte Zölle auf die größten Öllieferanten der USA, Kanada und Mexiko, verhängt und später wieder ausgesetzt. Zudem wurden die Abgaben auf chinesische Waren erhöht. Sowohl China als auch Kanada reagierten mit Gegenmaßnahmen. Am Wochenende erklärte Trump, dass eine wirtschaftliche "Übergangsphase" wahrscheinlich sei, ließ jedoch offen, ob die Vereinigten Staaten tatsächlich in eine Rezession rutschen könnten. Die Aktienmärkte reagierten mit Kursverlusten. Der S&P 500 verzeichnete den stärksten Tagesrückgang seit dem 18. Dezember, während der Nasdaq um vier Prozent fiel, was den höchsten Tagesverlust seit September 2022 darstellte.
US-Handelsminister Howard Lutnick betonte am Sonntag, dass Trump den Druck auf die Zölle für Mexiko, Kanada und China aufrechterhalten werde. Gleichzeitig signalisierten die erdölexportierenden Staaten eine mögliche Anpassung ihrer Produktionsstrategie. Der russische Vizepremier Alexander Nowak erklärte am Freitag, dass sich die OPEC+ darauf geeinigt habe, ab April die Ölförderung zu steigern. Diese Entscheidung könne jedoch bei Marktungleichgewichten wieder zurückgenommen werden. Marktanalysten wiesen darauf hin, dass die aktuelle Preisentwicklung bei rund 70 US-Dollar pro Barrel eine starke Unterstützung darstelle. Suvro Sarkar, Leiter des Energiesektors bei der DBS Bank, erklärte, dass kurzfristig eine technische Erholung möglich sei, die OPEC+ jedoch ihre Förderpolitik flexibel an die Marktentwicklung anpassen werde.
Zwei Quellen aus dem Bereich der maritimen Sicherheit berichteten, dass es bislang keine Anzeichen für böswillige Aktivitäten gebe. Sollten die Ölpreise jedoch längere Zeit unter 70 US-Dollar pro Barrel bleiben, könnten geplante Produktionssteigerungen ausgesetzt werden. Die OPEC+ werde zudem die Politik der USA gegenüber Iran und Venezuela genau beobachten. Die Vereinigten Staaten haben bereits die Lizenz von Chevron für den Betrieb in Venezuela widerrufen. Ob die Sanktionen gegen den Iran verschärft werden, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit dominierten jedoch Sorgen über das globale Wirtschaftswachstum und die Unsicherheiten im internationalen Handel das Marktgeschehen.
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Zur AktienanalyseErwartungen zufolge sind die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche gestiegen, während die Vorräte an Destillaten und Benzin voraussichtlich gesunken sind. Dies ergab eine vorläufige Umfrage von Reuters am Montag. Die endgültigen Zahlen werden in den Berichten des American Petroleum Institute und der Energy Information Administration veröffentlicht.


