Ölpreise fallen wegen Handelskonflikten und OPEC-Strategie
Zölle, Fördermengenanpassungen und geopolitische Spannungen beeinflussen den Rohölmarkt

Ölpreise sind zu Wochenbeginn gesunken, da Unsicherheit über die Auswirkungen von US-Importzöllen auf das globale Wirtschaftswachstum und die Kraftstoffnachfrage sowie eine steigende Produktion der OPEC+-Länder die Risikobereitschaft der Anleger dämpften. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um sechs Cent auf 70,30 US-Dollar pro Barrel, nachdem er am Freitag um 90 Cent gestiegen war. Die US-Sorte West Texas Intermediate notierte bei 66,96 US-Dollar pro Barrel und damit um acht Cent niedriger als am Vortag, nachdem sie im vorherigen Handel um 68 Cent zugelegt hatte.
WTI verzeichnete damit die siebte Woche in Folge Verluste und damit die längste Verlustserie seit November 2023. Brent-Öl fiel bereits die dritte Woche hintereinander. Die jüngste Entwicklung wurde durch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump beeinflusst, Zölle auf Ölimporte aus Kanada und Mexiko zunächst zu verhängen und anschließend wieder auszusetzen, während er gleichzeitig Abgaben auf chinesische Waren erhöhte. China reagierte darauf mit Gegenzöllen auf landwirtschaftliche Produkte aus den USA und Kanada. Analysten der ING nannten die Unsicherheit im Handelskonflikt als Hauptursache für die Schwäche am Ölmarkt. Zusätzlich belasteten die Senkung der saudischen Rohölpreise und deflationäre Signale aus China die Marktstimmung.
Neben den Handelsspannungen drückten auch Sorgen um das Wirtschaftswachstum der USA sowie Spekulationen über eine mögliche Aufhebung der US-Sanktionen gegen Russland auf die Ölpreise. Zudem hat das OPEC+-Bündnis, dem neben der Organisation erdölexportierender Länder auch Russland angehört, eine Produktionssteigerung ab April angekündigt. Laut IG-Analyst Tony Sycamore sind die meisten negativen Nachrichten bereits eingepreist, weshalb er für WTI eine Unterstützung bei 65 bis 62 US-Dollar pro Barrel erwartet, bevor eine Erholung in Richtung 72 US-Dollar einsetzen könnte.
Am Freitag hatten die Ölpreise einen Teil ihrer Verluste wettgemacht, nachdem Trump angekündigt hatte, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen, falls es nicht zu einem Waffenstillstand mit der Ukraine komme. Gleichzeitig prüft die US-Regierung Möglichkeiten, die Sanktionen gegen den russischen Energiesektor zu lockern, sollte Russland einer Beendigung des Krieges zustimmen.
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Zur AktienanalyseSaudi-Arabien senkte unterdessen erstmals seit drei Monaten die Preise für asiatische Abnehmer. Russland ließ verlauten, dass die OPEC+ ihre Produktionsentscheidung überdenken könnte, falls es zu Marktungleichgewichten komme. Zudem erklärte Trump vergangene Woche, er wolle mit dem OPEC-Mitglied Iran verhandeln, um es von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. Iran wies die Anschuldigungen zurück und lehnte neue Verhandlungen ab. In den kommenden Tagen werden Anleger auf die Monatsberichte der Internationalen Energieagentur und der OPEC achten, um neue Prognosen zur Nachfrage- und Angebotsentwicklung zu erhalten.


